Zulassungszahlen im Juni Autoabsatz weiter rückläufig

Stand: 05.07.2022 13:37

Materialmangel, Lieferschwierigkeiten und steigende Preise: Die Autoindustrie kämpft mit vielen Problemen. Der Rückgang der Neuanmeldungen beschleunigte sich im Juni. Allerdings wächst der Optimismus in der Branche.

Der Abwärtstrend in der deutschen Autoindustrie beschleunigt sich. Im Juni waren in Deutschland rund 225.000 Autos zugelassen. Das waren laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 18,1 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Bis Mai waren die Neuzulassungen nur um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Im gesamten ersten Halbjahr verzeichnete das KBA rund 1,24 Millionen neue Pkw, was einem Rückgang von elf Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres entspricht.

Viele Faktoren tragen zu sinkenden Verkaufszahlen bei. Der Absatz „wird nicht von der Nachfrage bestimmt, sondern von der begrenzten Autoproduktion“, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Internationalen Verbands der Automobilhersteller (VDIK). „Es herrscht nach wie vor ein enormer Mangel an wichtigen Vorprodukten“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Betriebswirtschaft und neue Technologien. Autobauer könnten aber “weiterhin hohe Verkaufspreise verlangen”. Die Geschäftslage wird etwas besser eingeschätzt als beim letzten Mal. „Es wird erwartet, dass die Autohersteller die Produktion in den kommenden Monaten ausweiten werden“, sagte Falck. Später wollen sie auch neue Mitarbeiter einstellen. Die Auftragsverzögerung auf Rekordniveau biete “Grund zu vorsichtigem Optimismus”, sagte VDIK-Präsident Zirpel.

Stoßdämpfer für Elektroautos

Die einzelnen Teilbereiche haben sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sehr unterschiedlich entwickelt. Entgegen dem allgemeinen Trend stieg die Zahl der Neuzulassungen von reinen Elektroautos um 12,5 Prozent auf 167.000 Fahrzeugbriefe; im Juni gab es jedoch zum zweiten Mal in diesem Jahr einen kleinen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat. Dagegen gingen die Verkäufe von Plug-in-Hybriden im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf fast 139.000 Fahrzeuge zurück.

Bei Diesel-Pkw setzte sich der Abwärtstrend fort. Von Januar bis Juni wurden rund 246.000 Diesel-Pkw zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2021. Der Dieselanteil an den Neuzulassungen wurde auf 20 Prozent reduziert. Der Anteil der Ottomotoren ging weiter zurück.

Hersteller hauptsächlich in rot

Mit Ausnahme von Mercedes verzeichneten alle großen Automarken im Juni Absatzrückgänge. Bei VW brach der Absatz um fast ein Viertel ein, der zum Wolfsburger Konzern gehörende Edelhersteller Audi büßte 13 Prozent ein und bei BMW lagen die Neuzulassungen knapp zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Im gesamten ersten Halbjahr erzielten nur wenige Hersteller höhere Verkaufszahlen, allen voran der Elektroautohersteller Polestar. Aber auch Dacia, Tesla und Honda legten deutlich zu.

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