Sicherlich macht sich Seine Majestät nie die Hände schmutzig, oder? Das täuscht: Königin Elizabeth II. (96) absolvierte als Mitglied der britischen Armee – noch unter ihrem bürgerlichen Namen Elizabeth Alexandra Mary – im Zweiten Weltkrieg eine Lehre als Lkw-Fahrerin und, kein Scherz, als Automechaniker: Die Königin ist Automech, also könnte sie die Reifen oder Zündkerzen ohne Diener oder Hilfe der Untertanen leicht wechseln.
Eine Chance hätte es gegeben, wenn die Reise zu Ereignissen wie der offiziellen Krönung am 2. Juli 1953 unterbrochen worden wäre (sie war bereits im Februar 1952 nach dem Tod ihres Vaters, des King George, zur Thronfolgerin ausgerufen worden VI). ). In 70 Dienstjahren, nach denen die Königin die mit Abstand älteste Monarchin der Welt ist, saß sie in unzähligen Körpern. Und diese waren, nicht zufällig, hauptsächlich Briten.
Fehltritt bei Mercedes
Auf Reisen in bislang 120 Länder (etwa 60 Prozent aller Länder) nutzt Queen Elizabeth II. vor allem Autos von Aston Martin, Bentley, Jaguar und Land Rover (lesen Sie über ihren 2021 verstorbenen Ehemann: Prinz Philip liebte seine königlichen Autos) . Aber es gab auch Ausnahmen: So fuhr die Königin zum Beispiel bei ihrem Deutschlandbesuch 1965 in einem Mercedes 600 Landaulet durch Stuttgart zum Fernsehturm. Ihr Mann folgte dem Mercedes 300 im Freien, der später nicht ansprang und vor den Augen der Zuschauer geschoben werden musste: was für eine Lüge. Das einwandfrei funktionierende Landaulet hingegen steht heute im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.
Königliche Geländewagen
In 67 Ehejahren genoss das Königspaar nicht nur die Dienste eines Chauffeurs: Im vergangenen Jahr fuhr die 96-jährige Queen beispielsweise selbst Range Rover, etwa auf Jagdreisen nach Schottland oder bei Pferderennen. Die Bilder zeigen die Königin, wie sie auf der Decke durch die engen Gassen Schottlands wandert. Es müssen aber nicht immer Luxus-SUVs sein.
Bilder vom November 2021 dokumentieren die Königin auf ihrem Weg nach Windsor Castle im Westen Londons hinter dem Steuer der alternden Jaguar X-Type-Familie. Und ein besonders schönes Foto aus dem Jahr 1957 wurde ausgehändigt, das sie lächelnd am Steuer einer Luxuslimousine zeigt. Mit an Bord: die kleinen Kinder Prinz Charles (heute 73) und Prinzessin Anna (71).
Ein ganz besonderer Bentley
Zurück in die Gegenwart: Seit 2015 übernimmt der State Review Range Rover die Rolle des Performers bei den Paraden: ein Range Rover mit Diesel-Hybrid-Antrieb, der von der Abteilung Special Vehicle Operations (SVO) von Land Rover umgebaut wurde. Das Highlight des Fuhrparks ist aber nach wie vor ein besonderer Bentley, den die Queen im Jahr 2002 von einem Unternehmenskonsortium geschenkt bekam. Damals nahm sie das Gefährt höchstpersönlich unter die königliche Lupe und machte es mit ziemlicher Sicherheit sehr lustig.
Der Bentley aus Arnage soll mehr als elf Millionen Franken gekostet haben, und es gibt kein zweites Modell als Ersatzteil! Der Radstand des rot-schwarzen Bootes wurde um 29 Zentimeter verbreitert, wodurch die Limousine rund sechs Meter lang wird. Angetrieben wird der Königswagen von einem V8 mit 6,75 Liter Hubraum und 406 PS sowie einer alten Viergang-Automatik. Damit könnte Joe Last, seit vielen Jahren offizieller Fahrer von Queen, das schwere Monster theoretisch auf 193 km/h beschleunigen.
Platz für offizielle Hüte
Doch statt Geschwindigkeitsorgien gibt es einen speziellen Fahrmodus namens „Processional Speed“, sodass die Luxuslimousine mit langsamen 14 km/h an den Untertanen vorbeizieht, während die Königin grüßt. Die Glasdecke und das 2,5 cm dicke Panzerglas wirken wie Schaufenster. Das Wappen von Windsor bestätigt sogar auf dem Dach, dass es sich um ein königliches Fahrzeug handelt.
Holzapplikationen wurden beim Bau des Bentley nicht verwendet. Grund: Der laute Lärm des Schwertes und des Ordens des Mannes musste vermieden werden. Auch an die Königin wurde gedacht: Die auf den Kopf gestellten “Selbstmordtüren” geben dem Monarchen reichlich Platz für den Ausstieg staatlicher Stützen, selbst für den königlichen Kopfschmuck der Königin, der nur 1,63 Meter hoch ist.
Königin ohne Führerschein
Wir sind gespannt, welchem Fahrzeug die Queen bei den Feierlichkeiten zum 70. Jubiläum zuwinken wird. Eines ist sicher: Die Königin wird selbst kaum so viel fahren, wie sie möchte. Genau genommen besitzt sie keinen Führerschein: Offizielle Dokumente wie Pässe, Personalausweise oder auch ihr Führerschein werden auf den Namen der Queen ausgestellt. Das bedeutet, dass Königin Elizabeth II. die einzige Person in Großbritannien ist, die ohne Genehmigung fahren darf.