Zur Verfügung gestellt von der US-Armee: Roboterhund, der im Ukrainekrieg eingesetzt wurde

Die ersten selbstfahrenden Granaten aus Deutschland sind kürzlich in der Ukraine eingetroffen. Auch die USA unterstützen das kriegszerstörte Land mit Waffen und Vorräten, jetzt auch mit einem Roboterhund.

Das elektronische Tier namens Spot wurde von der amerikanischen Firma Boston Dynamics hergestellt. Das US-Militär kaufte zwei davon unter anderem für den Einsatz bei der Minenräumung. Die Amerikaner schicken laut dem Portal Foreign Policy nun einen der beiden Roboterhunde in die Ukraine.

Die ersten Tests waren erfolgreich

Im Kriegsland soll Spot vor allem in Regionen eingesetzt werden, die ehemals von Russland besetzt waren. Denn es gibt immer noch Minen und Mörsergranaten, die eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen. Der Roboterhund wird der gemeinnützigen Organisation Halo Trust dabei helfen, die Munition zu beseitigen.

In einem Test im vergangenen Jahr entfernte der Spot-Roboter erfolgreich kleinere Projektile, die auch im Ukrainekrieg eingesetzt wurden. Ob der Elektrohund auch die Streumunition beseitigen kann, die Russland in weiten Teilen des Landes eingesetzt hat, ist noch unklar.

“Großer Fortschritt”

Mithilfe eines Roboterarms hat der Hund die Aufgabe, nicht explodierte Kampfmittel in eine Grube weg von Zivilisten zu ziehen. Dort müssen 50 bis 100 Granaten kontrolliert gezündet werden, ohne einen Mitarbeiter von Halo Trust zu gefährden.

Typischerweise sind sogenannte Minendeaktivatoren für das Entfernen von Blindgängern zuständig. Allerdings dauert die Ausbildung sechs Wochen. Auch in der Ukraine sitzen viele ausgebildete Minenräumer in von Russen besetzten oder kämpfenden Gebieten im Osten des Landes fest.

Aus diesem Grund hält Chris Whatley, CEO von Halo Trust, den Einsatz von Robotern für wichtig. Er erklärt: „Wenn man etwas an einen sicheren Ort bringen kann, wo es sicher mit anderen Gegenständen gesprengt werden kann, ohne Menschen zu gefährden, ist das ein großer Schritt nach vorne.“

Roboter ähnlich der Schweiz

Der Erfinder und Erbauer des Roboterhundes, Boston Dynamics, äußerte sich auf Anfrage von Foreign Policy nicht zum konkreten Einsatz von Spot in der Ukraine. Das Unternehmen sagte jedoch, dass der Roboterhund gemäß seinen Geschäftsbedingungen nicht „als Waffe oder zum Zwecke der Verletzung oder Einschüchterung“ eingesetzt werden könne.

Auch in der Schweiz wird an Robotern zur Minenräumung geforscht. Das US-Außenministerium finanzierte den Kauf von MV-4-Robotern für die Schweizerische Stiftung für Minenräumung. Anders als beim Roboterhund handelt es sich jedoch um Sieben-Tonnen-Roboter, die nur zur großflächigen Minenräumung eingesetzt werden können. (obf)

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