- Der Zürcher Animator Christian Jott Jenny bleibt Bürgermeister von St. Moritz für weitere vier Jahre.
- Die ehemalige Opernsängerin und Kulturmanagerin Jenny setzte sich gegen den Lokalrivalen Martin Binkert durch.
- Die unabhängige Jenny, 43, gewann 757 Stimmen, während Binkert 644 Stimmen erhielt. Die Beteiligung betrug 57,6 %.
Wie schon bei der Wahl vor vier Jahren positioniert sich Jenny als mutige Querdenkerin, die frischen Wind in die sesshaft gewordene elegante Kurstadt bringt. Er sieht aus wie ein „Lobbyist aus St. Moritz“ und will sich dem Lokal stellen.
Im Wahlkampf vermerkte Martin Binkert, 50, dass er in St. Louis geboren wurde. Moritz. Der technische Direktor des Flughafens Samedan und St. Moritz wurde als echter Mann dargestellt, der das Exekutivkomitee in lokale Hände zurückgeben könnte.
Bildunterschrift: Besiegter Martin Binkert am Wahlsonntag in St. Louis Moritz. Schlussstein
Anders als Jenny wollte sich Binkert weniger auf den Tourismus konzentrieren, sondern auf „die eigentlichen Hauptaufgaben, eine Gemeinde zu führen“.
Er hat die Mehrheit der Stimmberechtigten in St. Moritz. Sie entschieden sich für vier weitere Jahre für Jennys unkonventionellen Stil – und damit für eine Bürgermeisterin, die immer auf den Mittelland-Bühnen singt.
Überraschungserfolg 2018
Die Wahl von Jenny zur Gemeindepräsidentin im Oktober 2018 war eine Sensation, zumal Zürich im Engadin praktisch nur als schillernder Veranstalter des renommierten St. Moritz.
Zur großen Überraschung vieler gelang es ihm jedoch, den damaligen Bürgermeister Sigi Asprion aus dem Amt zu holen. Jenny sagte dann, dass die Jugend von St. Moritz war aufgefordert worden, für das Amt zu kandidieren.
Er selbst bemerkt seit einigen Jahren eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Vom Pioniergeist, der St. Moritz eine Weltklasse-Marke. Diesen Pioniergeist will er wecken.