Zürich: Anwohner reichen 400 Einsprachen gegen 3 geplante Velorouten ein

Aktualisiert am 26. Juli 2022, 17:09 Uhr

Zürich: Anwohner reichen 400 Einsprachen gegen 3 geplante Velorouten ein

Knapp 500 Parkplätze in der blauen Zone sollen entlang der geplanten Radwege ersatzlos gestrichen werden. In den betroffenen Stadtteilen formiert sich Widerstand.

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Mehr Platz für Velos: Das Zürcher Stimmvolk hat die Veloroutes-Initiative unmissverständlich angenommen und auch dem neuen Verkehrsleitplan zugestimmt.

20min/Marco Zangger

Allein in Höngg widersprachen rund 350 Privatpersonen und Firmen den Vorranglinien.

20min/gesund

Andreas Egli, FDP-Stadtrat und Bezirksvorsteher Höngg, sprach Ende Juni von einer «Räumungsaktion der Stadt».

20min/gesund

  • Mehr als 500 Blauzone-Parkplätze müssen entfernt werden.

  • Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich haben Widerspruch eingelegt.

  • Die Verbände stehen in Kontakt mit dem Tiefbauamt der Stadt.

  • Baubedingt ist auch die Chilbi Schwamendingen am Rande.

Zahlreiche Parkplätze in der Stadt Zürich fallen den geplanten Velovorzugsrouten zum Opfer. Obwohl die Veloroutes-Initiative im September 2020 mit 70,5 Prozent der Ja-Stimmen angenommen wurde und die Wähler im vergangenen Herbst auch dem neuen Transitplan zugestimmt haben, mehren sich nun die Einwände.

Allein in Höngg beschwerten sich rund 350 Privatpersonen und Firmen über bevorzugte Routen, wie z NZZ gemeldet Der Höngger Quartierverein teilte 20 Minuten Ende Juni mit, dass mit einigen Einsprüchen zu rechnen sei. Aber auch entlang der Strecken Affoltern, Oerlikon und Schwamendingen hat das Tiefbauamt Einsprachen erhalten. Entlang der Strecken müssen knapp 500 Blauzonen-Parkplätze geräumt werden. Für gekündigte Stellplätze, wie Tiefgaragen, gibt es keinen Ersatz.

Den Widerstand gegen die Parkplatzreduktion organisieren der Zürcher Gewerbeverband (GVZ), der Eigentümerverband (HEV), die FDP und die SVP. Die Vereine haben beim Zürcher Stadtrat einen Antrag auf Neubeurteilung gestellt. Anwohner und Unternehmen finden keine Parkplätze mehr für sich und ihre Besucher. Die Überlegung des Rates, Parkplätze aus der blauen Zone in Privatparkplätze zu verlagern, sei nicht in allen Branchen möglich, erklärt HEV-Präsident und FDP-Stadtrat Albert Leiser gegenüber der NZZ.

Die Forderungen der Verbände in der Stadt: Sie sollten die drei Projekte noch einmal überprüfen, damit der Abbau von Parkplätzen in der blauen Zone auf ein Minimum reduziert wird.

Bleiben die Einsprüche erfolglos?

Andreas Egli, FDP-Stadtrat und Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Höngg, sprach Ende Juni von einer «Räumungsaktion der Stadt». Wie er jetzt sagt, rechnete er mit zahlreichen Einwänden: „Viele sind auf ihr Auto angewiesen und müssen womöglich umziehen, wenn sie ihren Stellplatz verlieren.“ Das Bike-Projekt sei sehr einseitig umgesetzt worden, sagt Egli. Trotz der Annahme der Initiative der bevorzugten Fahrradroute muss die Stadt die Bücher überprüfen. “Es muss eine Verpflichtung zwischen den Nachbarn und der Stadt geben.”

Die Atmosphäre in der Nachbarschaft ist aufgeladen, wie ein Blick zeigte. Betroffene Anwohner sind verärgert: „Wo sollen meine Kunden künftig parken?“, fragt ein Unternehmer. Ein Anwohner überlegt sogar, nach Deutschland zurückzukehren, weil er sich keinen privaten Parkplatz leisten kann. “Bald können sich in Zürich nur noch die Reichen ein Auto leisten”, sagt ein Einwohner.

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