Zürich: Aufgrund der Kooperation mit «Pro Life» – Farbattacke bei Helsana-Tochter

Aktualisiert am 30. August 2022, 16:33 Uhr

Zürich: Aufgrund der Kooperation mit «Pro Life» – Farbattacke bei Helsana-Tochter

Aktivisten besprühten das Schaufenster einer Helsana-Filiale in Zürich. Daneben hing ein Plakat: „Wirtschaftsvorteile ohne Abtreibung?! Brunnen?!”

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Aktivisten besprühten am Montagabend eine Helsana-Filiale in Central.

Barrikade.Info

Barrikade.Info hat die Aktion auf seiner Website gewürdigt.

Barrikade.Info

„Wirtschaftliche Vorteile ohne Abtreibung?! Na?!“ stand auf einem Schild neben dem Bild.

Barrikade.Info

  • Helsana arbeitet mit der Anti-Abtreibungs-Organisation «Pro Life Schweiz» zusammen.

  • Vereinsmitglieder erhalten zehn Prozent Rabatt auf die Zusatzversicherung, wenn sie einem Schwangerschaftsabbruch zustimmen.

  • Bei einer Protestaktion wurde in der Nacht zum Montag eine Helsana-Filiale mit Farbe besprüht.

Helsana arbeitet seit langem mit der Anti-Abtreibungs-Organisation «Pro Life Schweiz» zusammen. Mitglieder erhalten 10 Prozent Rabatt auf die Zusatzversicherung, wenn sie eine „freiwillige Verzichtserklärung“ unterschreiben, auf einen Schwangerschaftsabbruch zu verzichten.

Deshalb wurde in der Nacht zum Montag das Fenster einer Helsana-Filiale in der Mitte besprüht. „Wirtschaftliche Vorteile ohne Abtreibung?! Na?!“, schrieben Aktivisten auf ein Plakat neben dem Sprühen. Barrikade.Info gestand die Protestaktion. Auf ihrer Website schreiben sie: „In der Nacht des 29. August haben wir deshalb die Helsana-Filiale in der Mitte besucht.“ .

Helsana bedauert das Graffiti, wie auf Anfrage von 20 Minuten mitgeteilt wird. Auf die Frage, warum es die Kooperation mit „Pro Life“ gebe, antwortete er, dass es sich um einen branchenüblichen Tarifvertrag handele, „der nach den Vorgaben der Aufsichtsbehörden in Sachen Rabatte abgezinst wird“. Wichtig zu beachten ist, dass Helsana niemanden unabhängig von seiner politischen oder religiösen Ausrichtung vom Anspruch auf Versicherungsschutz ausschliesst. Das gelte laut einem Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation auch für Pro Life-Mitglieder.

Der entstandene Sachschaden ist noch nicht genau beziffert, es wird aber von einem geringen Schaden ausgegangen. Ob eine Anzeige erstattet werden soll, sei noch unklar: „Unsere Rechtsabteilung prüft derzeit, ob wir dies melden und ob sich der Aufwand lohnt.“

Die Zusammenarbeit wurde bereits 2003 öffentlich gemacht, wie die NZZ schreibt. In den Medien und in der Politik wird seit einigen Tagen wieder darüber gesprochen. Auch SP-Frauen empörten sich und schrieben einen offenen Brief an die Krankenkasse. Darin heißt es: «Das Recht auf Abtreibung ist ein Grundrecht, für das Generationen von Frauen in der Schweiz und auf der ganzen Welt gekämpft haben und kämpfen.» Helsana unterstützt eine Bewegung, die dieses Grundrecht und damit auch die körperliche und geistige Gesundheit von Frauen direkt angreift. In dem Brief fordern sie ein Ende jeglicher Zusammenarbeit mit der Anti-Abtreibungs-Organisation.

Die Idee scheint in der Branche weit verbreitet zu sein. CSS hat in der Vergangenheit auch mit «Pro Life» zusammengearbeitet. Wie sie selbst auf Twitter schreiben, haben sie jedoch Ende 2021 alle Geschäftsbeziehungen mit der Organisation eingestellt.

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