Veröffentlicht am 27. August 2022, 18:35 Uhr
Zürich: “Die 6-monatige Wartezeit auf einen Klinikplatz ist ein ethischer Skandal”
Die Junge Mitte des Kantons Zürich hat eine Volksinitiative zur Verbesserung der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen lanciert.
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Die psychischen Probleme junger Menschen sind akuter denn je. Zahlreiche Behandlungs- und Therapiezentren sind jedoch voll ausgelastet.
Pexels/Sofia Alejandra
Nun lanciert die Junge Mitte Zürich eine beliebte kantonale Initiative zur Verbesserung der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen.
Privatgelände
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Das Kantonszentrum Zürich fordert bessere jugendpsychologische und psychiatrische Dienste in Zürich.
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Letztes Jahr sprach der Zürcher Regierungsrat mit acht Millionen, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen. Aber es werden noch viel mehr Mittel benötigt, so die Junge Mitte.
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Am Freitag findet im Club Moods in Zürich eine Party zum Start der Unterschriftensammlung statt.
Folgen der Pandemie, Krieg in der Ukraine, negative Wirtschaftsaussichten: Psychische Probleme junger Menschen sind akuter denn je. In der Folge häufen sich depressive Verstimmungen, Angst- und Panikattacken. Die Wartezeiten auf therapeutische Angebote für Kinder und Jugendliche haben sich im Vergleich zu vor der Pandemie verdreifacht. Deshalb fordert die Junge Mitte des Kantons Zürich eine bessere Betreuung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher. Am Freitag startete er die Volksinitiative „Ara Jove Sana“ und hat nun 180 Tage Zeit, um 6000 Unterschriften zu sammeln.
Die junge Partei will, dass die Wartezeit auf Behandlungen auf maximal vier Wochen verkürzt wird. In dringenden Fällen, wie Suizid, sollte sofort mit der Behandlung begonnen werden. Die Wartezeit für einen Platz in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik beträgt nach Angaben der Initiatoren nun sechs Monate. „Die Wartezeit von sechs Monaten ist ein ethischer Skandal“, sagt Benedikt Schmid, Co-Präsident der Jungen Mitte.
Jeder elfte 14- bis 19-Jährige hat einen Suizidversuch unternommen“, sagt Schmid. Was künftige Krisen anbelangt, ob Klimawandel oder Kriege, wird sich das Problem noch verschärfen. „Deshalb brauchen wir dringend eine bedarfsgerechte Versorgung.“ sagt Schmid.
Off-Topic
Der Zürcher TL (29 Jahre), der vor 14 Jahren wegen seiner manisch-depressiven Erkrankung in mehrere Kliniken eintrat, sieht die Volksinitiative als Schritt in die richtige Richtung: «Während meiner mehreren Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken habe ich viele kennengelernt Menschen, die lange auf einen Behandlungsplatz warten mussten.” Für die Betroffenen wirkt sich die Wartezeit meist sehr negativ aus, was sich wiederum auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirken kann, so L.
Mit einem besseren jugendpsychologischen und psychiatrischen Angebot in Zürich erhofft er sich zudem, dass das Thema tabuisiert wird. „Gerade für Kinder und Jugendliche ist es sehr wichtig zu sehen, dass sie sich für psychische Probleme nicht schämen müssen“, sagt L. Wenn sich jemand ein Bein bricht und dann ins Krankenhaus geht, ist das auch normal. „Ich hoffe, dass wir irgendwann den Punkt erreichen, an dem es als normal gilt, dass Betroffene nicht nur ihre körperlichen, sondern auch ihre psychischen Erkrankungen ohne Komplikationen behandeln lassen und ohne schlechtes Gewissen mit Gleichaltrigen darüber sprechen können . es”.
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