Damit hat Swiatek die seit Februar laufende Serie auf 35 Siege in Folge ausgebaut. Nur zwei Spielerinnen haben seit 1990 mehr Siege in Folge gefeiert: Martina Hingis (1997) mit 37 und Monica Seles (1990) mit 36 Treffern. Nach Doha, Indian Wells, Miami, Stuttgart und Rom war es Swiateks sechster Titel in dieser Saison. In der Rangliste liegt er meilenweit vor seinen Verfolgern. Seit Montag liegt er mit fast doppelt so vielen Punkten fest auf Platz eins vor Anett Kontaveit (EST).
In seiner Siegesrede wandte sich Swiatek zunächst an seinen zuvor weinenden Kontrahenten. “Du machst einen tollen Job und wirst jeden Monat besser. In deinem Alter wusstest du nicht, was du tun sollst”, sagte der Pole. “Ich habe dieses Jahr hart gearbeitet, der Druck war sehr hoch, danke euch allen, dass ihr mich ermutigt habt.” “, sagte er zum Publikum und damit auch zum eigens transportierten Bayern-Star Weltfußballer Robert Lewandowski.
Swiatek schloss mit einer politischen Botschaft, begleitet von langem Applaus: „Die Ukraine ist immer noch stark.“ Anschließend fügte er hinzu, dass er das Thema bereits in seiner ersten Siegerrede im vergangenen Februar in Doha angesprochen habe. Er hofft nach wie vor auf ein baldiges Ende des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.
Gauff, der nun im Ranking auf Platz 13 vorrücken wird, hat seinem Sieger gratuliert. “Was Sie in den letzten Monaten erreicht haben, ist erstaunlich und Sie haben es verdient.”
Die Partie hatte nach dem Geschmack von Swiatek begonnen, der gleich im ersten Spiel Gauffs Service herausholte. Auch den zweiten Aufschlag musste Gauff zum 0:3 abgeben, was schnell die Weichen für den Satzverlust stellte. Mit dem Doppelbreak auf dem Rücken war die Polin nicht mehr anfällig für Gauff, die ohne Satzverlust ins Finale einzog. Letztere mussten nach 32 Minuten zum 1:6 zum dritten Mal ihr Service abgeben.
Die jüngste Grand-Slam-Finalistin seit Maria Sharapova in Wimbledon 2004 erholte sich schnell vom Satzverlust und startete mit ihrem ersten Break gegen Swiatek in die zweite Runde. Dann ging es auf 2:0. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis Swiatek zu seiner unwiderstehlichen Aggression zurückkehrte. Nach 56 Minuten verwandelte die Nummer 0 der Welt in eine 4 – 2-Führung. Nur 12 Minuten später gewann er seinen zweiten Pokal bei Roland Garros.