Bitcoin & Co im freien Fall: Deshalb stehen Kryptowährungen so unter Druck

Das bekannteste digitale Geld der Welt befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2020: Der Kursverfall hat mehrere Gründe.

Nachdem sich die Kurse von Kryptowährungen nach einem zwischenzeitlichen Rückgang kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine relativ schnell erholt haben, geht es seit einiger Zeit in die andere Richtung. Zuletzt war insbesondere Bitcoin stark betroffen. Aber auch andere Kryptowährungen haben stark an Wert verloren.

Preissenkung von bis zu 89 Prozent

Anfang der Woche fiel der Kurs von Bitcoin auf der großen Handelsplattform „coinbase“ sogar kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 US-Dollar. Er erholte sich am Montagmorgen zwar leicht, blieb aber sehr weit von seinem bisherigen Höchststand bei rund 25.650 US-Dollar entfernt. Zur Erinnerung: Das Rekordhoch lag bei 69.000 Dollar. Heute ist die berühmteste Kryptowährung der Welt 60 Prozent weniger wert.

Bitcoin befindet sich also in guter Gesellschaft. Der Preis von Ethereum ist von 4.730 $ im November 2021 auf heute 1.360 $ gefallen. Das sind weniger als 71 Prozent. Die Kryptowährungen Cardano und Solana hatten Probleme. Letzterer ist von 259 auf 28 Dollar gefallen (-89 Prozent). Ersterer verzeichnete einen Kursverlust von 84 Prozent (0,48 statt 2,97 US-Dollar).

Gründe für den Abstieg

Aber warum sind Kryptowährungen in den letzten Wochen so stark unter Druck geraten? Hauptgrund ist die Zinswende, die von großen Zentralbanken zur Bekämpfung der hohen Inflation eingesetzt wird. So wird die EZB im Juli erstmals seit mehr als zehn Jahren den Leitzins anheben. Die US-Notenbank spielt jedoch eine viel wichtigere Rolle. Die Fed hatte bereits eine mehrstufige Zinserhöhung beschlossen, was den US-Dollar und die Renditen auf höhere Anleihen gedrückt hat. Dies wiederum führte zu fallenden Kursen bei Aktien und Kryptowährungen. Und als am vergangenen Freitag die aktuelle US-Inflationsrate veröffentlicht wurde, die noch höher ausfiel als befürchtet (40-Jahres-Hoch), fielen Bitcoin & Co noch einmal kräftig ab. Experten gehen davon aus, dass die Fed die Zinswende wieder beschleunigen wird. Andere große Zentralbanken könnten nachziehen. Und erst diese Spekulation löste eine massive Abwärtsspirale aus.

Ein weiterer Grund für den aktuellen Rückgang ist, dass Kryptowährungen allgemein als sehr unsichere Geldanlage mit starken Kursschwankungen gelten. Da das allgemeine Marktumfeld durch steigende Zinsen deutlich getrübt wird, leidet digitales Geld besonders unter schlechter Stimmung. Zudem generiert Bitcoin & Co keine laufenden Einnahmen. Diese Unannehmlichkeit wirkt sich auch besonders negativ aus, wenn die Zinsen auf festverzinsliche Wertpapiere steigen. (ts)

www.coinbase.com

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