Das Wien Museum und die Wiener Stadtbibliothek haben die Website crowdsourcing.wien ins Leben gerufen. An diesem Ort werden alte Briefe, Postkarten und andere Korrespondenzen mit Hilfe von Freiwilligen transkribiert und so der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu Beginn befinden sich 1.134 Briefe von 1914 bis 1919 in Bearbeitung.
Ganz neu ist der Ansatz nicht: Im vergangenen Jahr startete das Pilotprojekt „Postkartengrüße aus dem Wien Museum“, bei dem in kürzester Zeit rund 2.000 Textbotschaften aus der Sammlung topografischer Postkarten von mehr als 400 Personen transkribiert und übersetzt wurden. Sie werden ab Herbst in der Online-Sammlung des Wien Museums zu sehen sein. Der Erfolg beflügelte nun die Zusammenarbeit der beiden Wiener Institutionen. In den nächsten Jahren werden mehr als 200.000 Dokumente aus fünf Jahrhunderten aus ihren Archiven wiederhergestellt und in digitalem Format verfügbar gemacht.
1914 bis 1919 im Fokus
Der Fokus liegt zunächst auf der Zeit von 1914 bis 1919. Dokumente namhafter Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Peter Altenberg und Hermann Bahr, des Komponisten Alban Berg, des Pianisten Julius Epstein oder der Frauenrechtlerin Lily Braun geben Einblick in den Wiener Alltag in den von Krieg und Unruhen geprägten Jahren. Sobald das Projekt abgeschlossen ist, werden Transkripte unter verfügbar sein.
Anita Eichinger, Direktorin der Wienbibliothek, ist von dem Projekt überzeugt: „Die Einbeziehung aller Nutzergruppen ist besonders wichtig für die Demokratisierung von Wissen, eine der zentralen Aufgaben von Bibliotheken. Nur so kann ein Bewusstsein für unsere Kultur geschaffen werden Erbe “.