Ab 2035: So verbietet die EU Verbrennungsmotoren für Schweizer Autofahrer

Gepostet am 8. Juni 2022, 19:29 Uhr

EU-Politiker wollen Benzin- und Dieselautos auf den Straßen verbieten. 20 Minuten beantwortet die wichtigsten Fragen zum Verbot.

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Ab 2035 lässt das EU-Parlament keine Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr zu.

20min / Marco Zangger

Bevor die Verordnung in Kraft tritt, muss das Parlament noch mit den EU-Staaten verhandeln.

20min / Marco Zangger

Das Verbot gilt nur für Neuzulassungen, nicht für bereits zugelassene Fahrzeuge.

20min / Celia Nogler

Das EU-Parlament hat am Mittwoch beschlossen, neue Benzin- und Dieselautos ab 2035 zu verbieten. Mit dem Plan „Fit for 55“ will die EU bis 2050 klimaneutral sein. Das Fahrverbot für den Straßenverkehr soll dafür ein wichtiger Hebel sein. Autos sind für etwa 20 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.

20 Minuten sagt, was das Fahrverbot für Schweizer Autofahrer bedeutet und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Fast. Es wurde vom EU-Parlament abgesegnet. Bevor die Verordnung in Kraft tritt, muss das Parlament noch mit den EU-Staaten verhandeln.

Ja, das Verbot gilt nur für Neuzulassungen, nicht für bereits zugelassene Fahrzeuge.

Ab dann müssen neu zugelassene Autos CO2-neutral sein. Zugelassen sind nur Elektroautos oder Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. Pkw und Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel und Hybrid) sind nicht zugelassen. Synthetische Kraftstoffe sind ebenfalls nicht erlaubt.

Ja, zum Beispiel für Spezialfahrzeuge, die einen Verbrennungsmotor benötigen, wie Land- und Baumaschinen, sagt Mobilitätsexperte Andreas Kollmer von der Beratungsagentur Horváth rund 20 Minuten lang. Auf Privatgrundstücken wie Rennstrecken sind Benzinmotoren weiterhin erlaubt. Es gibt auch kein Motorradverbot.

Ob die Schweiz das Verbot übernehmen wird, ist unklar. Der Verband der Schweizerischen Automobilindustrie lehnt das Verbot ab, die Importeure bereiten sich aber weiterhin auf die entsprechenden Szenarien vor, wie es in der Anfrage heisst.

Kaum, auch wenn die Schweiz das Verbot nicht akzeptiert, wird es schwierig. «Wenn der Rest Europas nur noch Elektrofahrzeuge zulässt, werden europäische Hersteller keine Verbrennungsmotoren mehr für die Schweiz produzieren, dafür ist der Markt zu klein», sagt Automobilexperte Peter Fuss von Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY).

Ja, wenn die Schweiz das Verbot nicht verhängt. Allerdings haben viele Hersteller bereits angekündigt, vor dem EU-Verbot auf den Einsatz von Verbrennungsmotoren verzichten zu wollen, zum Beispiel Opel im Jahr 2028. US-Hersteller werden laut Horváth-Experte Georg Mrusek später dabei sein, aber Ford will da raus schon 2030.

„Das wird kein Problem sein, bereits zugelassene Autos werden noch lange gefahren“, sagt Anja Schulze, Direktorin des Center for Automotive Research der Universität Zürich. Allerdings wird es eine Herausforderung, in der Schweiz genügend Ladepunkte für Elektroautos bereitzustellen, insbesondere in den Städten. „Die Schweiz ist nicht so weit weg wie manche EU-Staaten“, sagt Georg Mrusek von der Beratungsagentur Horváth.

Es ist anzunehmen. Wenn die Nachfrage sinkt, wird der Wettbewerb zwischen den Ölkonzernen zunehmen, sagt EY Fuss-Experte. Auch „Auto-Papst“ Dudenhöffer rechnet mit niedrigeren Benzinpreisen, allerdings erst in etwa 30 Jahren, denn die Nachfrage nach bereits zugelassenen Verbrennungsmotoren wird noch lange anhalten.

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