Pandemie Deutschlands
Lauterbach warnt vor der nächsten „Instrumentenkiste“ der Corona-Welle, aber ohne Impfung
Stand: 20:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Crown-Expertenberatung zu neuen Absturzsicherungsmaßnahmen
Angesichts einer möglichen neuen Covid-19-Welle hat sich der Kronen-Expertenrat der Bundesregierung für einen Strategiewechsel ausgesprochen. Der Rat erklärte, dass der bisherige Ansatz zur Eindämmung dahingehend geändert werden sollte, dass der Schwerpunkt auf dem Schutz gefährdeter Gruppen liegt.
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Gesundheitsminister Karl Lauterbach will sich beim Vorgehen gegen die nächste Corona-Welle auf die Empfehlungen des Sachverständigenrates stützen. Er forderte eine „solide Rechtsgrundlage für Maßnahmen zum Infektionsschutz“. Eine generelle Impfpflicht wird es wohl nicht geben.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will die neue Stellungnahme des Kronen-Sachverständigenrates der Bundesregierung zur Grundlage für die Pandemiebekämpfung im Herbst machen. Der Bericht werde “wichtig für unseren Kampf gegen die Pandemie im Herbst”, sagte Lauterbach am Mittwoch in Düsseldorf bei einem von der Rheinischen Post organisierten Treffen des Ärztenetzwerks. „Wir werden diesen Bericht auswerten und auf Grundlage des Berichts zeitnah Empfehlungen aussprechen, mit denen wir uns auf den Herbst vorbereiten können.“
Lauterbach zeigte sich besorgt über die Zunahme von Infektionsfällen mit der omicron-Variante BA.5. „Wir wissen noch nicht, ob es im Sommer eine Kronenwelle geben wird“, sagte er. Aber im Herbst wird es schwieriger. “Dafür brauchen wir einen Werkzeugkasten.” Wir müssen auch auf Zweitinfektionen von Menschen warten, die bereits eine Krone hatten.
Lauterbach hofft auf bessere Impfstoffe im Herbst, die Sie auch besser auf omicron-Varianten vorbereiten. „Wenn diese Impfstoffe verfügbar sind, werden wir einen Impfprozess vorstellen und die Bevölkerung auffordern, sich impfen zu lassen“, sagte Lauterbach.
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Große Finanzierungslücke
Lauterbach betonte, es werde im Bundestag keinen neuen Versuch einer allgemeinen Impfung geben. Seiner Ansicht nach hätte das Land die Pandemie besser überstanden, wenn der Bundestag eine Impfpflicht beschlossen hätte. „Wir sind als Bundestag falsch abgebogen“, sagte er zum Scheitern der Impfpflicht im Frühjahr.
Lauterbach zeigte sich zuversichtlich, dass sanierte Schul- und Kitaschließungen im Herbst vermieden werden könnten. “Ich glaube nicht, dass das wieder angemessen sein kann.”
Bei der Novellierung des am 23. September auslaufenden Infektionsschutzgesetzes will Lauterbach der FDP entgegenkommen und möglichst spät über Änderungen entscheiden. Aber was er unabhängig vom Gesetz tun kann, wird er früher umsetzen.
Sachverständigenrat fordert “solide Rechtsgrundlage für Infektionsschutzmaßnahmen”
Zuvor hatte der Kronen-Expertenrat der Bundesregierung Bund und Länder aufgefordert, sich umfassend auf eine mögliche neue Pandemiewelle im Herbst vorzubereiten. Eine “solide Rechtsgrundlage für Infektionsschutzmaßnahmen ist erforderlich, um schnell auf das Infektionsgeschehen reagieren zu können”, heißt es in einer Empfehlung vom Mittwoch.
Der Sachverständigenrat nennt drei mögliche Szenarien für Herbst und Winter. In einem „Basismodell“ wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Infektionskrankheiten zunehmen wird. „Trotz der moderaten Belastung durch Covid-19 in der Intensivmedizin können Arbeitsausfälle erneut nationale Maßnahmen zum Schutz vor Übertragung (Masken und Abstand im Inneren), aber auch Maßnahmen zur Kontaktreduzierung nach den regionalen Standards erfordern“, sagt er.
In einem negativen Szenario könnte jedoch ein Nachlassen der Immunwirkung mit gefährlicheren Kronenvarianten zusammenfallen, sodass auch vollständig geimpfte Personen einen schweren Krankheitsverlauf haben könnten. Bis dahin wäre das Gesundheitssystem wieder stark mit Covid-19-Fällen auf Intensiv- und Normalstationen belastet. In diesem Fall könnten die notwendigen Schutzmaßnahmen wie die Masken- und Abstandspflicht erst im Frühjahr 2023 reduziert werden. Im günstigsten Szenario sollen die neuen Varianten weniger gefährlich sein. Infektionsschutzmaßnahmen seien „nicht mehr oder nur noch zum Schutz gefährdeter Personen erforderlich“.
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Ziele der Kronenpolitik sollten der Schutz des Gesundheitssystems, kritischer Infrastrukturen und besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen sein, „bei gleichzeitiger Minimierung der Kollateral- und Gesundheitslasten der Gesellschaft“, sagte er.
Die Stellungnahme des Sachverständigenrats finden Sie hier.