Stand: 08.05.2022 12:48 Uhr
Sie gingen mit fast 60.000 Tonnen Mais an Bord – drei weitere Schiffe aus der Ukraine. Dort warten noch tonnenweise Getreide. Wirtschaftsexperten bezweifeln, dass Verkehr geschaffen werden kann.
Wie die Türkei mitteilte, verließen am Morgen drei landwirtschaftliche Frachtschiffe die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer. „Die erste Karawane mit ukrainischem Getreide verließ die Häfen des Großraums Odessa“, sagte der ukrainische Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakov auf dem Telegram-Kanal seiner Agentur. Die drei Schiffe luden insgesamt 57.000 Tonnen Mais und starteten von Odessa und dem nahe gelegenen Chornomorsk.
Reiseziele: Türkei, Großbritannien, Irland
Bei den Frachtschiffen handelt es sich um die türkische “Polarnet”, die unter panamaischer Flagge fahrende “Navi-Star” und – unter maltesischer Flagge – die “Rojen”. Laut ukrainischen Quellen steuern die Schiffe die Türkei, Großbritannien und Irland an. Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums werden sie in Istanbul begutachtet.
Neben den drei Schiffen wird auch ein unbeladenes Schiff nach Tschornomorsk geschickt. Die Fulmar S unter Barbados-Flagge wurde in Istanbul überholt und auf dem Weg zur Verladung in die Ukraine, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit.
Ukrainisches Getreide: Drei weitere Frachter verlassen Häfen
05.08.2022 09:04
Kiew: Drei Schiffe sollen täglich ablegen
In Istanbul wurde kürzlich ein Koordinierungszentrum für Getreideexporte eingerichtet. Auf der Grundlage eines von der Türkei und den Vereinten Nationen ausgehandelten Abkommens über Getreideexporte auf dem Seeweg hat am Montag zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs ein Frachtschiff mit Getreide – die „Razoni“ – das von der Ukraine kontrollierte Gebiet verlassen. .
Nach erfolgreicher Fahrt durch den zwischen den Konfliktparteien vereinbarten Schwarzmeerkorridor und einer Inspektion im Bosporus nimmt das Schiff nun Kurs auf den Libanon.
Die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte wird als wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt angesehen. Vorerst will Kiew aus Sicherheitsgründen aber nur drei Schiffe pro Tag schicken.
IfW: Straßen- und Schienentransport sind ebenfalls notwendig
Angesichts der in der Ukraine verbleibenden Millionen Tonnen Getreide bezweifelt das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, dass es vollständig transportiert werden kann. Für die eingelagerten 20 Millionen Tonnen sollen den Angaben zufolge rund 570 Schiffe verwaltet werden. IfW-Leiter Kiel Trade Indicators, Vincent Stamer, sagte:
Gerade weil jetzt die Getreideernte wieder anläuft und die Lager dafür dringend benötigt werden, müssen auch andere Transportmöglichkeiten wie Bahn und Lkw maximal ausgelastet werden.
Mehr Staus an den Häfen
Der Welthandel ist laut IfW im Juli preis- und saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent eingebrochen. Für Deutschland sind es bei den Exporten am wenigsten 3,2 Prozent und bei den Importen 1,6 Prozent. Auch für die EU, die USA, China und Russland verzeichnete das Institut einen Rückgang der Importe und Exporte. Die Werte liegen laut Stamer noch im normalen Schwankungsbereich.
Der Welthandel wird weiterhin durch die Überlastung der Containerschiffe beeinträchtigt. 24 Containerschiffe warten laut IfW in der deutschen Bucht darauf, in Hamburg oder Bremerhaven abgefertigt zu werden. Einige Schiffe liegen seit etwa drei Wochen im Hafen.
Im Hafen von Shanghai in China scheinen die Folgen der Haft jedoch überwunden zu sein. Russland scheint Fortschritte zu machen, um den fehlenden Handel mit der EU in Asien zu ersetzen. Die Zahl der Container in den für den Asienhandel wichtigen Häfen nimmt deutlich zu.
Aus der Ukraine fahren Getreideschiffe dorthin
Karin Senz, ARD Istanbul, 5. August 2022 um 8:57 Uhr