Bisher hat es Alisha Lehmann (23) irgendwie geschafft, alles unter einen Hut zu bringen: Profifußball bei Aston Villa und der Nationalmannschaft, sowie eine verrückte Karriere als Social-Media-Phänomen mit Millionen Followern. Doch am Montag kam es zum Knaller: Lehmann trat im Juli freiwillig bei MS in England zurück und verkündete via SFV: «Ich fühle mich mental nicht bereit für ein MS-Turnier.»
Lehmann spricht nicht mehr über seine Situation, seine englische PR-Leitung blockiert Beratungen. EM-Absage ist auf ihren Kanälen kein Problem, am Tag ihrer Absage postet Lehmann Urlaubsfotos mit Aston-Villa-Freund und Star Douglas Luiz (24) und schreibt nur: „Be happy“.
Lehmann zieht vor dem Höhepunkt seines sportlichen Lebens die Notbremse. Ist ihr alles zu viel? Melanie Balasopulos (37) ist eine Schweizer Social-Media-Expertin und weist auf die Dimensionen hin, in denen sich Lehmann mit 7,5 Millionen Followern auf Instagram bewegt (nur Federer hat mehr im Schweizer Sport): «Ihre Zahlen sind der Wahnsinn; mehr als 6 Millionen neue Follower in nur zwei Jahren. Und bei TikTok selbst hat es in weniger als zwei Jahren 5,7 Millionen Follower erreicht.“
100’000 Franken per Post möglich
Gemäss Balasopulos, dem Gründer der auf Social Media und Influencer-Themen spezialisierten «SO/IN-Agentur» in Zug ZG und Betreiber einer Influencer-Akademie in Zürich, generiert Lehmann Millioneneinnahmen im Internet Jahr. .
«Fast alle ihre Publikationen sind mittlerweile Werbung, es gibt grosse Marken wie Adidas. Da kann man locker 100’000 Franken für eine Publikation verlangen», sagt die Expertin. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass sich die Berner Herangehensweise vom Fussball hin zur Influencer-Aktivität verlagert.
Doch was spontan kaputt wirkt, wird oft aufwendig inszeniert. Angesichts der täglichen Postings von Bildern und Videos auf Instagram und Tiktok analysiert Balasopulos, dass vor allem Videos mit Aufnahme und Bearbeitung schnell zwei bis drei Stunden pro Tag kosten.
„Druck kann psychische Probleme verursachen“
Hinzu kommt das Bestreben, im Internet immer perfekt auszusehen. „Das ist natürlich ein enormer Druck, gerade für Frauen“, sagt die Expertin. „Make-up, Haare usw. von Lehmann sind immer perfekt gemacht. Das zeigt, dass es ihr sehr wichtig ist, dass sie ihre Follower mag, dass sie Lob und Likes bekommt.“
Ob Lehmann mit der Absage der Nati und dem Hinweis auf psychische Probleme möglicherweise eine drohende Erschöpfung vermeidet, vermag der Influencer-Experte aus der Ferne nicht zu beurteilen. Aber sie sagt: „So viel in den sozialen Medien zu sein, Millionen von Followern zu verwalten und täglich Tausende von Kommentaren darüber zu erhalten, wie man aussieht, kann natürlich auch psychische Probleme verursachen. Oder sie verstärken, wenn man sie hat.“
Deshalb rät Balasopulos den Bernern, in den Sommerferien eine echte Pause einzulegen: «Eine Auszeit auf Social Media tut uns allen ab und zu gut. Das würde dir jetzt bestimmt auch gut tun!»
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