FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Bundesanleihen glichen am Dienstag die anfänglich leichten Verluste aus und verwandelten sich in Gewinne. Am Mittag stieg der Euro-Bund-Future-Kontrakt um 0,14 Prozent auf 149,20 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen lag bei 1,29 Prozent. Damit liegt er seit Mitte 2014 in Reichweite des höchsten Niveaus.
Im Tagesverlauf stieg die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen, während sich die Stimmung an den Aktienmärkten eintrübte. Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nehmen die Spannungen unter den Anlegern zu. Die EZB dürfte beschließen, ihre Wertpapierkäufe zu beenden und auch eine erste Zinserhöhung signalisieren. Andere Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Bank of England sind mit der Straffung der Geldpolitik bereits deutlich weiter, was aufgrund der hohen Inflation auch in diesem Bereich zu einiger Kritik an der Europäischen Zentralbank geführt hat.
„Die Sitzung am Donnerstag markiert einen echten Wendepunkt in der Geldpolitik der EZB“, schrieb Vermögensexperte Franck Dixmier vom Vermögensverwalter Allianz Global Investors. Die Zentralbank muss eine angemessene Antwort auf die stetig steigende Inflation im Euroraum finden, und sie muss sich von einem Gefühl der Dringlichkeit leiten lassen, das in ihren Handlungen und Reden fast fehlt. Daher wird die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, wahrscheinlich die Entschlossenheit der Zentralbank bekräftigen, ihr Mandat der Preisstabilität zu erfüllen.
In Australien kam es zu einem Anstieg der Renditen. Die Notenbank des Landes erhöhte den Leitzins zum zweiten Mal in Folge und deutlich stärker als erwartet. Der Anstieg der Zinsen um 0,5 Prozentpunkte ist für die australische Zentralbank von besonderer Bedeutung, da sie zu den Zentralbanken mit einer überwiegend vorsichtigen Linie gehört. Hintergrund der Passage ist auch eine hohe Inflation./la/jha/
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AXC0156 2022-06-07 / 13: 35
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