Nach Kriegsbeginn zog sich Netrebko vorübergehend aus dem Konzertleben zurück. Mehrere Opernhäuser hatten ihre Auftritte abgesagt. In Paris wurde die 50-jährige Wahlösterreicherin am Mittwochabend nach ihrem Konzert in der Philharmonie enthusiastisch gefeiert. Er hatte Werke von Rachmaninow, Debussy und Tschaikowsky aufgeführt. Die ukrainische Botschaft in Paris reagierte auf den Aufschrei mit scharfer Kritik. Dass das Konzert stattfinden kann, ist unverschämt. Die Zwietracht zwischen der französischen öffentlichen Meinung, die die Ukraine unterstützt, und der öffentlichen Heuchelei, die der Kreml-Sopranistin Beifall spendet, sei traurig, teilte die diplomatische Vertretung auf Twitter mit. Dutzende Demonstranten hatten gegen das Konzert vor der Pariser Philharmonie protestiert.
Netrebko stand bereits im vergangenen Monat an der Monte Carlo Opera in Monaco auf der Bühne. Nach Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar äußerte Netrebko zunächst Zweifel, verurteilte später aber ausdrücklich den Krieg gegen die Ukraine.