Badi-Kultur in der Schweiz – Die Badi: mehr als nur ein Ort zum Eindecken

Inhalt

Die Schweiz ist ein Land in Badis. Sie bieten nicht nur Kühlung, sondern auch einen Einblick in unsere Geschichte.

Bei den sommerlichen Temperaturen der nächsten Tage dürfte es viele Menschen in die Becken locken. Hunderte davon gibt es in der Schweiz: alte und neue Schwimmbäder, Schwimmbäder mitten in der Stadt oder naturnah am Fluss.

Badis als Teil der Kultur

Wenn Sie ins Schwimmbad gehen, machen Sie einen Ausflug in die Geschichte der Schweiz. Denn jede Epoche hat ihre eigenen Bäder gebaut, so verraten sie noch heute viel über Zeitgeist und Werte.

Die Schweiz – voller schöner Pools

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Legende: Frauenbad Zürich Das Frauenbad Zürich-Stadion hat eine lange Tradition. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

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Bildunterschrift: Das Marzili von Bern Schwimmen kann man in Bern mit Blick auf das Bundeshaus. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

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Bildunterschrift: Schwimmbad von Corseaux in Vevey In Vevey können Schwimmer im Schwimmbad von Corseaux lange schwimmen. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

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Bildunterschrift: Schwimmbad Heiden Das Freibad Heiden wurde in den 1930er Jahren eröffnet, Schweizerische Staatssicherheit / Patrimoine Suisse

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Bildunterschrift: Strandbad Caumasee in Flims Baden vor Bergidylle ist am Caumasee möglich. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

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Bildunterschrift: Schwimmbad “Wolfensberg” in Winterthur Das Schwimmbad Wolfensberg in Winterthur: Hier kann man ausgiebig schwimmen. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

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Titel: Spa “Bains des Pâquis” Der Spa-Komplex “Bains des Pâquis” ist beliebt bei Wacholder. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

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Bildunterschrift: Die Biobadi Biberstein Die Biobadi Biberstein wurde im Jahr 2000 eingeweiht. Schweizerische Staatssicherheit / Patrimoine Suisse

„Die Erker sind Teil der Schweizer Kultur“, sagt Patrick Schoeck, Leiter Baukultur beim Schweizerischen Heimatschutz. Er ist Autor des Heftes «Die schönsten Schwimmbäder der Schweiz» und hat Badeanstalten im ganzen Land besucht: «Wer schon einmal in einer Stadt im Ausland war, wird die Freibäder vermissen.» Dieses Land Dusche.”

Separates Badezimmer

Die Kultur des Schweizer Bades hat eine lange Geschichte: Die ersten Freibäder wurden im frühen 19. Jahrhundert gebaut. „In diesen frühen Bädern badete man noch getrennt nach Geschlecht“, sagt Schoeck.

Dabei handelte es sich meist um klassische Cash-Badewannen aus Holz. Ein typisches Beispiel ist der Kurort Zürich Utoquai von 1890, wo Männer und Frauen noch heute getrennt baden.

Bildunterschrift: Seebad Utoquai Das Seebad Utoquai ist noch heute in Betrieb. Schlussstein / Michele Limina

sozialer Wandel

Dann gab es in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, insbesondere in den 1930er Jahren, einen Wandel. Es entstanden die ersten Schwimmbecken, in denen Männer und Frauen gemeinsam schwimmen konnten.

Nach dem Krieg wurde das Rollenverständnis überdacht. Badis war klar, dass mit der Gesellschaft etwas nicht stimmt.“

Die Badezimmer der damaligen Zeit wurden in einem nüchternen Stil gebaut, oft mit Flachdächern. Sie sind noch heute erkennbar. Ein klassisches Beispiel dieser Epoche ist das Terrassenbad in Baden.

Bildunterschrift: Terrassenbad in Bad Das Bad in Baden wurde 1934 eröffnet. Schweizerische Staatssicherheit / Patrimoine Suisse

Eine Visitenkarte

Die Schlichtheit der 1930er Jahre geriet dann in der Nachkriegszeit in Vergessenheit. Die boomende Wirtschaft spülte auch Steuergelder in die kommunalen Kassen.

Jede Gemeinschaft mit Selbstachtung hat ihr eigenes Freibad gebaut.

Die Schwimmbäder, die in den 50er und 60er Jahren entstanden sind, wurden meist mit großer Sorgfalt angelegt, wie ein Garten, in dem Blumen und Bäume besinnlich gepflanzt wurden. Das Gartenbad Grenchen SW von 1956 zeugt von dieser Zeit. Möglich wurde dies durch die florierende Uhrenindustrie, die Grenchen zahlreiche Investitionen in öffentliche Bauten ermöglichte.

Bildunterschrift: Gartenbad Grenchen In Grenchen ermöglichte die boomende Uhrenindustrie den Bau eines neuen Freibads. Schweizerische Nationale Sicherheit / Patrimoine Suisse

Badi als Erlebnispark

In den letzten 2 oder 3 Jahrzehnten, insbesondere seit den neunziger Jahren, ist der Bau neuer Schwimmbäder ungewöhnlich geworden. Sie sind teuer in Bau und Unterhalt. Und es gibt bereits viele im ganzen Land. Aber auch eine andere Entwicklung habe in dieser Zeit Einzug gehalten, sagt Schoeck: „Der Unterhaltungsfaktor hat an Bedeutung gewonnen.“ Infolgedessen wurden bestehende Schwimmbäder in den letzten Jahrzehnten verbessert.

Ein Swimmingpool und ein Kinderbecken reichten nicht mehr aus. Hinzu kam zum Beispiel der Bedarf an einer Rutsche, einem Beachvolleyballfeld oder Spielsachen im Pool.

Wenn neue Bäder gebaut werden, sind diese oft von hoher architektonischer Qualität, so Schoeck weiter. Und es ist ein weiteres Merkmal moderner Schwimmbäder: das Thema „Natur / Biologie“. Zum Beispiel den Bau von Pools, die auf natürliche Weise gereinigt werden. Typisch für ein modernes Bad ist das 2014 von den Architekten Herzog & de Meuron entworfene Naturbad Riehen.

Bildunterschrift: Naturbad Riehen Das Naturbad Riehen verfügt über ein selbstreinigendes Naturbad. ZVG / Naturbad in Riehen

Naturnah baden

Inzwischen sieht Schoeck eine weitere Entwicklung weg von klassischen Schwimmbädern: „Das Schwimmen an Flüssen und Seen findet immer mehr Anhänger.“ Statt Boxen, Schwimmbäder und Gärten zu bauen, wird die Schweizer Schwimmlust in Zukunft wohl einen anderen Schwerpunkt haben: Bereiche zu definieren, in denen man schwimmen kann und wo gleichzeitig die Natur ihren Platz hat.

Ein Beispiel dafür wurde bereits im Reussdelta bei Flüelen UR realisiert. Sauberes Aushubmaterial wurde verwendet, um eine neue Küstenlandschaft zu gestalten.

Bildunterschrift: Das Reussdelta Das Projekt zur Verkippung des Reussdeltas im Urnersee bei Flüelen wurde 2005 abgeschlossen. keystone

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