Beat Rieder Ständerat propagiert ein linkes Rezept zur Rettung der AHV

Der Walliser Ständerat Beat Rieder (59) ist immer wieder für Überraschungen gut. Mit seinem jüngsten Coup könnte der mittelparlamentarische Konservative locker bei den Genossen ansetzen.

Mit 21 zu 20 Stimmen hat die kleine Kammer Anfang der Woche einem uneingeschränkten Rieder-Vorschuss zugestimmt: Darin bittet er den Bundesrat zu prüfen, ob die AHV mit einer Mini-Aktiensteuer länger gewährleistet werden könnte. Devisentransaktionen.

gebissene Zähne

Mehr Kapital besteuern und damit die Umverteilung von Reich zu Arm fördern: Rieder will mit einem typisch linken Rezept Renten sichern. Auf diese Weise stellt er eine Lösung für ein Problem dar, mit dem das Parlament seit Jahrzehnten zu kämpfen hat.

Finanzminister Ueli Maurer (71, SVP) versuchte, den Ständerat zu einem Nein zu Rieders Lösung zu bewegen. Neben der Linken verhalfen ein paar Mitspieler aus dem Zentrum des Wallis dem Vormarsch zu einem grossen Vorsprung.

Milliardensignal

Maurer-Beamte müssen nun die Bücher prüfen und überlegen, welche Auswirkungen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer hätte, was die Vor- und Nachteile wären.

Rieder plant, auf einen Geschäftsabschluss eine Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent oder weniger zu zahlen, wie es bereits eine Volksinitiative gefordert hat. Damit könnte der Bund Milliardeneinnahmen generieren.

Das derzeitige System ist völlig veraltet

Allerdings war die Initiative bereits in der Erhebungsphase gescheitert. Rieder war jedoch so beeindruckt von seiner Idee, dass er sie weiterführte. „Das derzeitige Umsatzsteuersystem ist völlig veraltet und weist Lücken auf“, sagte er. “Wir müssen die Bücher revidieren und schauen, wo und wie wegen des modernen Finanzmarktes Steuern erhoben werden sollen, ohne den Schweizer Finanzplatz zu schwächen.”

Der Walliser Ständerat ist überzeugt, dass solche Ansätze notwendig sind, um unsere langfristigen AHV-Renten zu sichern. Mit der Anhebung des Rentenalters und der Mehrwertsteuer – wie vom Parlament bei der letzten AHV-Reform beschlossen – kommt man irgendwann nicht mehr weiter.

Der Absender tut es

Der Ständeratsentscheid zeigt, dass Rieders Vorschlag bestenfalls eine Mehrheit finden könnte. Der Zentrumspolitiker bestreitet nicht, dass sein bürgerlicher Absender bei der Durchführung seines Plans geholfen hat.

Gerade im Hinblick auf die Volksabstimmung gegen die laufende 1. Säule-Reform sieht Rieder das Ja als wichtiges Signal. «Die AHV-Abstimmung im September wird nicht einfach. Wir müssen den Menschen zeigen, dass wir die Umstrukturierung der AVS ernst nehmen und eine langfristige Lösung wollen.“

Rettung des Wallis

Der Bundesrat muss schnell ans Werk gehen und über den Tellerrand hinausdenken. „Das ist im Interesse unserer wichtigsten sozialen Arbeit“, sagt er. Der gebürtige Vallèser bereitet die Absicherung des Schweizer AVS-Systems mit einer Lösung vor, die die Finanzplätze Zürich und Genf nur ein Achselzucken kosten dürfte.

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