Gazprom verlangsamt die Lieferung über Nord Stream 1 weiter

Die Sorgen um Gaslieferungen aus Russland nehmen zu. Der staatliche Energiekonzern Gazprom hat gerade angekündigt, die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 zu beschleunigen, und begründet dies mit dem Mangel an Technologie. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hingegen hält die Beschränkung für eine “politische Entscheidung”. Das Vorgehen sei technisch nicht vertretbar, sagte er am Mittwoch in Berlin.

Die Abschnürung der russischen Gasversorgung dürfte nicht sofort zu einem Engpass in Deutschland führen. Das zeigt aber die Schwierigkeit, die lokalen Gasspeicher im Winter noch weitgehend zu füllen und dann besser auf das heiße Wetter vorbereitet zu sein. In Deutschland gebe es keine Versorgungsprobleme, sagte Habeck. Wie sich die Entscheidung von Gazprom auf Europa auswirken wird, ist noch offen. Das wird erst in zwei, drei Tagen klar sein.

Ein Engpass oder gar ein Stopp der Gaslieferungen aus Russland wird einige Unternehmen besonders treffen. Laut einer neuen Umfrage müssten im Falle eines Shutdowns 9 Prozent der Unternehmen, die Erdgas nutzen, die Produktion ganz einstellen und 18 Prozent deutlich zurückfahren. Das Institut für Arbeit und Berufsmarktforschung (IAB) hat im Mai 1980 Unternehmen in einer repräsentativen Stichprobe befragt und die Ergebnisse nun in der Studie „Energiekrise und Gasversorgungsstopp: Auswirkungen auf deutsche Unternehmen“ in der Fachzeitschrift „Wirtschaftsdienst“ veröffentlicht. “.

Nicht alle müssen sich Sorgen machen

Demnach nutzt jedes zweite befragte Unternehmen Erdgas. Der Anteil unterscheidet sich kaum zwischen Energie- und Nichtenergieunternehmen. Etwa 70 Prozent der befragten Gasunternehmen gaben an, dass sie kaum oder gar keine Auswirkungen spüren würden, wenn sie kein Erdgas mehr erhalten würden. Daher müssen mehr als zwei Drittel aller befragten Unternehmen eine Schließung der russischen Gasversorgung nicht befürchten.

Größere landwirtschaftliche Betriebe prognostizieren im Durchschnitt schwerwiegendere Auswirkungen auf ihre Produktion. Viele Unternehmen sehen nicht, wie sie Erdgas kurzfristig ersetzen können. Davon sind energieintensive Unternehmen und Betriebe in Ostdeutschland überproportional betroffen.


Während sich die meisten Unternehmen auch bei einem Lieferstopp weiter selbst beliefern werden, führte zunächst kein Weg an einer Rationierung einigermaßen vorbei, schreiben die Autoren Christian Kagerl, Michael Moritz, Duncan Roth, Jens Stegmaier, Ignat Stepanok und Enzo Weber. dass wir alle IAB aktiv sind.

Unternehmen erhöhen die Preise

Auch ohne eine vollständige Abschaltung der russischen Gasversorgung sind die Gesamtenergiekosten erheblich gestiegen. Dies begann mit einer steigenden Nachfrage im vergangenen Jahr und umfasst auch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Laut der neuen Studie meldeten bereits 14 Prozent der befragten Unternehmen einen Produktionsrückgang als Folge des Ukrainekriegs. 70 Prozent sind seit Kriegsbeginn von Energiepreissprüngen betroffen. 25 Prozent der Unternehmen, die Advanced Services kaufen, berichteten von Lieferengpässen.

Fast jedes zweite Unternehmen (45 %) hat aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Krieges bereits seine Preise erhöht. Über dem Durchschnitt von 77 Prozent liegt der Anteil im Bauhauptgewerbe, in den Bereichen Verkehr (75 Prozent) und Gastgewerbe (73 Prozent) sowie in der Industrie (67 Prozent).


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