Die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo hat zum zweiten Mal Merkur passiert und Aufnahmen vom innersten Planeten des Sonnensystems gemacht. Das erste Bild, das einen Teil der Sonde und die Oberfläche des Merkurkraters zeigt, wurde aus einer Entfernung von 920 Kilometern aufgenommen. Später passierte die Sonde den nur 200 Kilometer entfernten Planeten. Bei den insgesamt sechs Überflügen auf Merkur können mit der hochauflösenden Hauptkamera keine Fotos gemacht werden, da sie geschützt in der Sonde untergebracht ist. Bisher können nur sogenannte Überwachungskameras Fotos mit einer Auflösung von 1024 × 1024 Pixel aufnehmen. Die ESA beabsichtigt, in den kommenden Tagen weitere Fotos zu veröffentlichen.
Sechs kurze Besuche im Voraus
Merkur ist auch das eigentliche Ziel von BepiColombo, doch bevor sich die Sonde in eine Umlaufbahn drehen kann, muss sie diese mehrmals passieren und langsamer werden. Es begann im Oktober 2018 mit seiner siebenjährigen Reise. Mit zwei Satelliten an Deck soll es ab Dezember 2025 die Oberfläche und das Magnetfeld des sonnennächsten Planeten untersuchen. Das europäisch-japanische Gemeinschaftsprojekt mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Milliarden Euro soll dabei helfen die Ursprünge des Sonnensystems verstehen. Bisher hat die Sonde bereits einmal die Erde, zweimal die Venus und im Herbst erstmals den Merkur passiert. Es wird noch viermal expandieren, bevor es bis Ende 2025 in die Umlaufbahn eintreten kann.
Die Mission der Raumfahrtagenturen ESA und JAXA ist nach dem italienischen Mathematiker Bepi Colombo (1920-1984) benannt, der bald die Grundlagen einer Flugbahn zum Merkur berechnete. Die Vorbereitungen für die Mission haben fast 20 Jahre gedauert. Grund sind auch die unwirtlichen Bedingungen in der Nähe des Merkur: Um die Sonde in einer von der ESA als „höllische Umgebung“ bezeichneten Umgebung überleben zu lassen, musste eine neue Technologie entwickelt werden. Die Reise ist außerdem äußerst kompliziert und erfordert mehr Energie als ein Flug zum Pluto. Die Entfernung von der Erde zu Pluto ist viel größer als die von Merkur, aber die Anziehungskraft der Sonne ist auf Merkur viel stärker.
(Mho)
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