Berlin: Amokfahrer Gor H. (29) soll in die Psychiatrie

Aktualisiert am 9. Juni 2022, 18:16 Uhr

Über den Amokfahrer in Berlin ist wenig bekannt. Fest steht: Gor H. war bereits wegen Raubes polizeibekannt. Laut ihrer Schwester leidet sie unter schweren psychischen Problemen.

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Gor H. wurde von der Polizei ohne Widerstand festgenommen.

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Augenzeugen zufolge wirkte er „hilflos“.

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Die Polizei nahm den Deutsch-Armenier …

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Der Schock sitzt in Berlin noch immer tief: Am Mittwoch raste ein Mann in einem silbernen Renault Clio nahe dem Berliner Kurfürstendamm im Bezirk Charlottenburg in eine Menschenmenge und blieb nur vor einem Schaufenster stehen. Ein Hesse-Lehrer wurde getötet und 29 wurden verletzt, hauptsächlich von der Schülerschaft. Bund und Länder stuften den Vorfall als Amoktat ein.

Der Fahrer scheint an paranoider Schizophrenie zu leiden

Der Fahrer des Autos, der Deutsch-Armenier Gor H., 29, wurde nach dem Vorfall von Passanten festgenommen. Als die Polizei am Tatort eintraf, wurde er widerstandslos festgenommen. Die Polizei fand in seinem Auto „Türkei-bezogene Schilder“. Nun versuchen die Ermittler herauszufinden, was Gor H. dazu bewogen hat, das zu tun, was er getan hat. Mit Hilfe eines Dolmetschers versuche man, “aus den manchmal verwirrenden Aussagen, die er macht, mehr herauszufinden”.

Die Staatsanwaltschaft gibt sich derweil zuversichtlich: Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die psychische Erkrankung des Fahrers dazu geführt hat, dass der 29-Jährige in Menschengruppen geklettert ist. Es gebe Hinweise darauf, dass der Festgenommene an einer paranoiden Schizophrenie leide, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Sebastian Büchner. Bei der Durchsuchung der Wohnung des 29-Jährigen wurden Drogen gefunden.

Niemand hielt ihn für fähig

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, war der 29-jährige Übergewichtige bereits wegen Eigentumsdelikten, also Diebstahl, polizeibekannt. Seit mindestens 14 Jahren lebt er mit seiner Mutter, einer Krankenschwester in einem Behindertenheim und einer Schwester nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt in Charlottenburg. In der Nachbarschaft ist er als netter „kleiner runder Mann“ bekannt, der uns immer freundlich begrüßt hat. Niemand hätte ihm eine solche Leistung zugetraut.

Aber unter der scheinbar friedlichen Oberfläche kochten die Dinge über. Ihre Schwester sagte Reportern, dass Gor „ernsthafte Probleme“ habe. Auch Franziska Giffey, Regierende Bürgermeisterin von Berlin, sagt, die polizeilichen Ermittlungen hätten deutlich gemacht, „dass es sich um einen Mord an einem Menschen mit schwerer geistiger Behinderung handelt“.

Nach dem Verbrechen durchsuchte die Polizei seine Wohnung, fand jedoch keine gefährlichen Materialien, Waffen oder Hinweise auf das Motiv.

Leiden Sie oder jemand, den Sie kennen, an einer psychischen Erkrankung?

VASK, regionale Familienverbände

(DPA/AFP/trx)

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