Befürchtungen einer Beschleunigung der US-Zinsinvestitionen infolge einer überraschend hohen Inflation belasten weiterhin den Preis von Bitcoin und anderen digitalen Währungen. Am Sonntagnachmittag kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp 27.464 Dollar, gut drei Prozent weniger als am Vortag. Seit der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am Freitag hat die älteste und größte Kryptowährung gut neun Prozent verloren. Damit rutscht der Kurs noch weiter auf den niedrigsten Stand seit Ende 2020, der Mitte Mai bei etwa 25.400 US-Dollar lag. Auch andere Krypto-Assets wie Markt Nummer zwei, Ethereum, sind in den letzten Tagen weiter unter Druck geraten.
Rekordinflation: Stimmung an den Finanzmärkten
In den USA stieg die ohnehin schon hohe Inflationsrate im Mai überraschend weiter auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren: Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,6 Prozent. Damit war einmal mehr die ohnehin von Konjunktursorgen getrübte Stimmung an den Finanzmärkten gemeint. An der Börse stürzte der deutsche Index Dax am Freitag um mehr als drei Prozent ab, auch die Wall Street brach deutlich ein.
Investoren befürchten, dass hohe Inflationsraten in vielen Teilen der Welt bald die Konsumlaune der Menschen senken werden, da sie einfach mehr Geld für Lebensmittel, Strom und Miete ausgeben müssen. Darüber hinaus könnte eine strenge Haltung der US-Notenbank zur Eindämmung der Inflation zu weiteren Reibungen führen, da hohe Zinssätze Unternehmen und Verbraucher wahrscheinlich zurückhaltender bei Investitionen und Ausgaben für Fremdfinanzierungen machen werden.
Steigende Zinsen sind schlecht für riskante Anlagen
Die Renditen am Anleihemarkt steigen jedoch weiter. Am Freitag beispielsweise erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit Ende 2018. Steigende Zinsen wiederum treiben oft die Kurse riskanter Vermögenswerte wie digitaler Währungen nach unten.
Bis November letzten Jahres wuchsen digitale Währungen trotz bereits hoher Inflation weiter. Damals sahen einige Marktbeobachter Bitcoin und andere Kryptowährungen trotz extrem starker Schwankungen als Schutz vor einer Abwertung klassischer Währungen wie dem Dollar. Das Bild hat sich nun komplett verändert. Seit dem Erreichen des Allzeithochs von 69.000 US-Dollar im November ist Bitcoin um gut 60 Prozent gefallen. Laut Coinmarketcap hat es nur noch einen Marktwert von 524 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Ethereum mit 178 Milliarden US-Dollar.
(tw)
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