Klimaschutz und Fliegen – beides ist definitiv noch nicht grün. Die Luftfahrtindustrie erwartet innovative Technologien wie Wasserstoff- oder Elektroflugzeuge. Aber sie sind wahrscheinlich mindestens ein Jahrzehnt entfernt. Deshalb diskutiert die Welt derzeit über CO2-Steuern für Passagiere.
Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier hingegen hält an seinem Hauptgeschäft fest: Privatjets, die es nur wenigen Menschen ermöglichen sollen, sehr lange Strecken zurückzulegen. Bombardier hat auf der Flugzeugmesse Ebace in Genf sein neues Luxusflugzeug vorgestellt: Die Bombardier Global 8000 bietet Platz für 8 bis 19 Personen und soll eine Distanz von bis zu 14.800 Kilometern zurücklegen.
Kein anderer Privatjet hat eine größere Reichweite. Sogar ein Direktflug von Zürich in die australische Metropole Perth ist mit der Global 8000 möglich.
Fast so schnell wie die Concorde
Bombardier hat im Portfolio bereits die Global 5500, 6500 und 7500. Die neueste Version übertrifft die Konkurrenz nicht nur in Sachen Reichweite, sondern auch in Sachen Geschwindigkeit. Offiziell erreicht der Global 8000 eine Geschwindigkeit von 1160 km/h. Bei Testflügen wurde jedoch bereits die Schallmauer durchbrochen, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 1253 km/h.
Zum Vergleich: Kommerzielle Passagierflugzeuge fliegen in der Regel mit einer Geschwindigkeit von 800 bis 850 km/h durch die Luft. Die Global 8000 wäre damit das schnellste Flugzeug seit dem Ende der französischen Concorde.
Drei Suiten
Auch auf Komfort verzichten die Kanadier nicht. Es wird drei individuelle Suiten im Privatjet geben. Darüber hinaus gibt es ein spezielles Beleuchtungssystem, das den Jetlag bei wohlhabenden Passagieren bekämpfen soll. Wie der Global 7500 ist die neueste Version fast 34 Meter lang. Besitzer des aktuellen Modells sollen ihr Flugzeug modifizieren können.
Bis 2025 soll der Global 8000 auf den Markt kommen. Immerhin wird der umweltfreundlichste SAF-Kraftstoff, den zum Beispiel auch die Schweiz teilweise nutzt, den ökologischen Fußabdruck etwas verkleinern. Allerdings dürfte sich der CO2-Fußabdruck pro Person durch diese Reise, die bisher in kommerziellen Passagierflugzeugen mit Zwischenlandung im Nahen Osten oder Asien durchgeführt wurde, vervielfachen. (nein)