Boudry NE: Die Schweizer Polizei findet von einer Spanierin entführte Kinder

Die spanische Polizei fahndet seit mehr als einem Jahr nach der Spanierin Verónica S.* – laut der spanischen Zeitung „El Mundo“ soll die Mutter zweier Kinder die Anordnungen eines spanischen Familiengerichts missachtet und sie entführt haben -jährige Zwillingskinder.

Die Spur von Verónica S. führte von der Stadt Pozuelo de Alarcón, einem Vorort von Madrid, über Tarragona nach Frankreich, wo sie illegal eingereist sein soll. Die Jagd endet jedoch in Boudry NE, Schweiz. Am vergangenen Donnerstag konnte die Schweizer Polizei den Verdächtigen ausfindig machen.

Dort fanden sie die beiden Jungen und die Großeltern mütterlicherseits eingesperrt in der Wohnung – Verónica S.* selbst war nicht anwesend. Schnell stellte sich heraus, dass die beiden Kinder kein Wort Französisch sprachen, nie zur Schule gegangen waren und nie Kontakt zu ihren Klassenkameraden hatten. Sie wurden in einem Schweizer Pflegeheim untergebracht. Mutter Veronica S. klagte zwei Tage später vor einem Berner Gericht. Dem Bericht zufolge reiste auch ihr Ex-Partner in die Schweiz, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

Der Vater soll sexuell missbrauchte Kinder gehabt haben

Die Spanierin ist seit ihrem Verschwinden nicht nur der spanischen Polizei bekannt. Das Paar hatte sich zuvor im Zusammenhang mit einer Scheidung um das Sorgerecht gestritten. Vor Gericht beschuldigte die Mutter den Vater, die Kinder sexuell missbraucht zu haben. Auch die beiden Jungen konnten nicht über das Geschehene sprechen, da sie Autisten sind, aber der entsprechende Arztbericht fehlt.

„Weil ihr die Gerichte nicht zugestimmt haben, hat sie die Kinder mitgenommen und mich mehrfach verklagt“, sagte der Ex-Mann. Unterdessen stellte eine spanische Wohlfahrtsbehörde fest, dass sich die Kinder in einem Zustand der Vernachlässigung befanden. Mehrere Zeugen sagten bei der Anhörung auch aus, die Mutter werde ihre Kinder “völlig vernachlässigen”.

Zunächst hatte Veronica S. laut dem Bericht „El Mundo“ die Unterstützung ihrer besten Freundin. Doch als er eine Packung Beruhigungsmittel für Kinder fand, wurde ihm der Fall klar. Es sei alles ein „Vorbereitungsspiel“, um ihren Ex-Mann von ihren Kindern fernzuhalten.

Der Parador de Suisse ist kein Zufall

Es ist kein Zufall, dass sich die Mutter zweier Kinder in Boudry NE niedergelassen hat, so die spanischen Behörden. Die Nähe des Dorfes zu Frankreich war wohl ausschlaggebend, da es so schnell in ein anderes Land hätte flüchten können. Medienberichten zufolge bediente sich Veronica S. auch anderer Vertuschungstaktiken, “typisch für das organisierte Verbrechen oder den Terrorismus”.

Zudem wurde sie wohl von der Organisation „Infància Libre“ („Freie Kindheit“) beraten, wie die Zeitung schreibt. Diese würden Müttern helfen, ihre Kinder mit prozeduralen Tricks von den eigenen Eltern fernzuhalten. Die Ermittler sagten, die Organisation habe der Spanierin auch geraten, in ein Schengen-Land, aber nicht in die EU zu fliehen, um zu versuchen, ein neues Verfahren anzuwenden, um ihren Ex-Partner von ihren Kindern zu trennen. Schweizer Gerichte haben nun gefordert, in Spanien rechtliche Schritte einzuleiten. (chs)

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