Budgetmangel – Köniz drohte “Zwangsverwaltung” durch den Kanton Bern

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Köniz steht bis zum Hals im Wasser. Nun könnte der Kanton die Gemeindesteuer von 43’000 Personen übernehmen.

Köniz BE kämpft seit Jahren finanziell mit 43.000 Einwohnern. Der Schuldenberg erdrückt die Gemeinde mit der Innenstadt und den vielen ländlichen Gebieten fast. Eine Steuererhöhung scheint unausweichlich. Das Volk hat diese Bitte bereits mehrfach abgelehnt.

Bis Ende Juni müssen die Könige wieder an die Urnen gehen. Lehnt sie einen höheren Steuersatz ab, interveniert der Kanton Bern und übernimmt die Kontrolle über die Gemeindefinanzen. „Das wäre ein Vorwurf“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete Dominic Amacher.

Für Köniz wäre es sogar ein außergewöhnlicher Schritt. Denn die temporäre Bevormundung von Gemeinden ist sehr selten: «Das ist in den letzten 30 Jahren nur sieben Mal vorgekommen», sagt Iris Markwalder vom Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern.

Soll der Pool geschlossen werden?

Zwangsmaßnahmen sollten gegen Gemeinden verhängt werden, wenn Dinge bezahlt werden, aber kein Geld dafür da ist. Und die Wähler können sich nicht auf einen ausgeglichenen Haushalt einigen. In Köniz soll der Steuersatz von 1,49 auf 1,58 erhöht werden.

Bildunterschrift: Die Gemeinde Köniz erstreckt sich von Eichholz an der Aare bis nach Niederwangen. Schlussstein

Kommt die Steuererhöhung nicht zustande, drohen harte Maßnahmen: Köniz diskutierte kürzlich sogar, ob das Bad aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden solle. Aber es ist nicht so weit weg. Deshalb kämpfen jetzt alle Parteien Seite an Seite für das Ja zum Haushalt.

Für den zuständigen Gemeinderat Christian Burren (SVP) wäre eine unbeliebte eine Katastrophe. „Als eine der grössten Gemeinden würden wir vom Kanton gefördert. Es gäbe mehr negative Schlagzeilen. Köniz hat es definitiv nicht verdient.“

So könnten Zwangsmaßnahmen aussehen

Aber was passiert, wenn die Ecke das Ruder übernimmt? Nüchtern betrachtet sind die Folgen der Bevormundung für die Gemeinschaft absehbar. Der Kanton erstellt den Voranschlag, bestimmt das Steuersystem und entbindet anschliessend die Gemeinde von seiner Kontrolle.

Bildunterschrift: Sparen ohne Ende: Köniz muss den Gürtel enger schnallen. Schlussstein

Für das folgende Jahr würde Köniz selbst über das Budget entscheiden. Höhere Steuern ließen sich jedoch kaum vermeiden. «Das Wichtigste ist, die Budgetangaben zu prüfen», sagt Markwalder vom Kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung in Bern. Das Schließen des Pools ist kein Problem.

Spektakuläre Prüfungen

Der nächste Schritt wäre ein Gerichtsverfahren. Dann würde sich der Kanton um alle Geschicke der Gemeinde kümmern. Doch davon ist Köniz weit entfernt. Dies wäre nur möglich, wenn die Gemeinde über mehrere Jahre ein Haushaltsdefizit hätte. Und dagegen würde ich nichts unternehmen.

Solche Urteile sind in der Schweiz sehr selten. Aber oft spektakulär:

  • 1963 kamen alle Mitglieder des Stadtrats von Humlikon ZH bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Deshalb übernahm der Kanton Zürich das Ruder.
  • 1998 wurde Leukerbad VS aufgrund der unglaublichen Schuldenlast liquidiert.

Die Zustände in Leukerbad halten bis heute an. Wie es in Köniz weitergeht, entscheidet das Stimmvolk am 26. Juni.

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