Die am Dienstag von der Politik verkündete Entscheidung, die Isolation von Infizierten ab dem 1. August aufzuheben, stieß bei der beratenden Sitzung der Landeskrisenkoordination am Vortag auf Skepsis. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll hervor.
Er stellt häufig fest, dass das Ende der Quarantäne einen möglichen Kontrollverlust über das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung bedeuten und mit einer Reihe unkalkulierbarer Risiken verbunden sein könnte.
Wie sich der Quarantäne-Verzicht auf ihn auswirkt, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Angesichts der aktuellen Varianten von Sars-CoV-2 (mit erhöhter Übertragbarkeit bei reduzierter Pathogenität) rechnen Experten bis zum Spätsommer oder Frühherbst mit einer „sehr instabilen Ausgangslage“. Vieles bleibt unklar, etwa die Eigenschaften von BA.4/5 oder die Dauer und Wirksamkeit des Impfschutzes dagegen.
Sie betonten auch, wenn Corona-Infizierte nicht isoliert werden sollten, müssten „Anstrengungen in anderen Bereichen“ verstärkt werden, insbesondere zum Schutz gefährdeter Personen. Eine konkrete Maßnahme könnte darin bestehen, die Zahl der Tests in diesen Bereichen zu erhöhen.
Allerdings erklärte die Geschäftsführerin von Gecko und gleichzeitig Ärztliche Direktorin des Gesundheitsministeriums, Katharina Reich, am Dienstag, dass eine erste „Herabstufung“ der Krise auf den Akzeptanzmodus stattfinde. Er stellte auch fest, dass nur 50 Prozent der mit Corona ins Krankenhaus eingelieferten Personen tatsächlich wegen Covid im Krankenhaus sind. Es wird auch erwartet, dass Verkehrsbeschränkungen zu weiteren Tests führen werden.
Vergleich mit anderen Ländern „macht keinen Sinn“
Gecko hält den Vergleich mit anderen Ländern für „nicht sinnvoll“. Denn es gibt wichtige Unterschiede: In Spanien oder Dänemark etwa sind die Impfquoten deutlich höher, teilweise wurden auch andere Impfstoffe eingesetzt. Zudem wurde dieser Schritt in anderen Ländern immer dann gemacht, wenn die Neuinfektionskurve stark nach unten ging.
Die von Regierungsvertretern betonte Hoffnung auf „Eigenverantwortung“ teilen Gecko-Experten wenig: Die Lockerung der Pandemiemaßnahmen könnte als Signal für geringes Risiko interpretiert werden, sodass präventives Verhalten voraussichtlich autark abnimmt.
Aus Sicht der Experten sind dringend Anstrengungen notwendig, um den Impfschutz zu verbessern. Österreich hat mit nur 56 Prozent einen geringen Anteil an abgeschlossener Grundimmunisierung (dh drei Stiche). Für viele war der zweite Stich so weit weg, dass sie keinen relevanten Schutz mehr haben. Angesichts der noch ausgeprägteren Immunflucht der neuen BA.4/5-Varianten sollte bereits die vierte Impfung für die ältere Bevölkerung „dringend“ empfohlen werden. Auch eine fünfte Impfung im Winter wird “wahrscheinlich” notwendig sein.
Darüber hinaus zog die aktuell 24-köpfige Kommission eine Bilanz von Geckos sechs Monaten. In 18 Sitzungen wurden mehr als 380 Fragen der Bundesregierung diskutiert. Über 150 Seiten Berichte wurden verarbeitet, veröffentlicht und kommuniziert. Es entstanden keine Kosten, da die Zusammenarbeit mit den Partnern kostenlos war. (apa/bs)