Sie sind Fan des FCZ. Haben Sie das Playoff-Finale der Frauen unterstützt? André Helfenstein: Ich muss ehrlich sagen, ich war nur aufgeregt, als die Aufnahme gemacht wurde. Leider konnte ich nicht live dabei sein. Aber das hatte nichts mit Frauen zu tun, das passiert mir auch mit Männerpartys. Die Dramaturgie des Spiels war großartig und der Sieg im Elfmeterschießen war großartig!
Neulich haben Sie Nati-Kapitänin Lia Wälti bei einem Fotoshooting (für «Ringier Interview») getroffen. Genau, es war sehr inspirierend und toll.
Was hat Sie an dem Gespräch mit ihr am meisten beeindruckt? Sie ist ein absoluter Profi! Mit Arsenal ist er auf einem sehr hohen Niveau. Sie ist eine Führungspersönlichkeit und zeigt große Leidenschaft. Und auch die Entwicklung des Frauenfußballs macht ihr große Sorgen.
Was hat Ihnen Lia Wälti über den Frauenfussball beigebracht? Wir haben über gleiche Bezahlung gesprochen. Mir ist aufgefallen, wie differenziert dieses Thema war. Lia Wälti fordert nicht nur: «Wir müssen sowohl mit dem Groschen als auch mit den Männern gewinnen! Und jetzt!». Sie weiß, dass sich der Frauenfußball Schritt für Schritt weiterentwickeln muss. I: Lia hat mir erzählt, dass ihre Teamkolleginnen, die in der Schweiz spielen, nicht vom Sport leben können. Das hat mich nachdenklich gemacht.
Die CS gab diese Woche bekannt, dass die Prämien der Frauen denen der Männer entsprechen. War das Ihr Beitrag nach dem Gespräch mit Lia Wälti? Das Gespräch hatte wohl einen gewissen Einfluss, aber die Grundidee dieser Adaption bestand schon lange in unserem Team und wir waren bereits mit dem SFV in Kontakt. Nach dem Interview mit Lia Wälti beschäftigte mich dieses Thema. Ich denke, deshalb haben wir noch schneller gehandelt. Die Prämienanpassung war für uns einfach ein logischer Schritt.
Lohngleichheitsdirektor des SFV: “Es ist der erste Schritt, aber …” (04:14)
Ihre Branche, das Bankwesen, hatte jahrelang mit schlechten Quoten für Frauen an der Spitze und Vorwürfen der Ungleichbehandlung zu kämpfen. Befinden sich der Fussball und die Credit Suisse gewissermassen im selben Lernprozess? Hm, das würde ich nicht sagen. Wenn ja, sehr spät. Die Credit Suisse bietet seit vielen Jahren klare Richtlinien für einen fairen Lohn und führt alle drei Jahre Umfragen zur Umsetzung der Lohngleichheit von Frauen und Männern in der Schweiz durch. Dafür haben wir mehrere externe Gütesiegel erhalten, die auch von der Bundesstelle für Chancengleichheit und unseren Sozialpartnern anerkannt sind, zum Beispiel das Label „Faire Bezahlung“.
Bundestrainer bei „Equal Prime“: „Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“ (02:54)
Können Sie uns einen Überblick über den Prozess geben, den Sie mit Ihrem Team verfolgt haben? Mein persönliches Schlüsselerlebnis war der Vortrag eines Hirnforschers. Es zeigte, wie parteiisch wir denken und handeln. Sie brauchen ein Problembewusstsein. Dies ist die Grundlage. Doch dann wird es sehr ernst: Sie müssen in alle Prozesse eingreifen. Einstellung, Gehaltsstruktur, Talentförderung. Alles ist betroffen. Entweder in Form von mehr Frauen im Management oder eben in Form von Equal Pay.
Nebst der Ausrichtung von Boni unterstützt die Credit Suisse auch die Kandidatur der Schweiz für die Frauenfussball-Europameisterschaft 2025. Wie können Sie sich das vorstellen? Wir unterstützen die Kandidatur hauptsächlich finanziell, damit der SFV Mittel zur Verfügung hat, um diese Kandidatur zu finanzieren. Darüber hinaus werden wir bei Bedarf unsere Kommunikationswege zur Verfügung stellen und damit die Kandidatur unterstützen.
Was erwartet die Credit Suisse für ihre eigene Marke von einem stärkeren Engagement im Frauenfussball? Natürlich wirkt sich unser Engagement im Fußball (Frauen, Männer und Jugend) grundsätzlich positiv auf unsere Marke aus. Ein globaler Sport mit großer Emotion. Das ist gut für uns, es macht uns erreichbar. Wir werden oft als Bank für grosse und vermögende Kunden wahrgenommen, obwohl wir in der Schweiz rund 1,5 Millionen Kunden haben! Dank des Frauenfussballs verteidigen wir auch die Moderne und sind offen für Veränderungen. Dazu haben wir die Initiative #ChangeTheGame ins Leben gerufen. Das passt natürlich auch zu der Diskussion um Equal Pay, die wir diese Woche mit unserer Beitragsanpassung gestartet haben.
Was ist Ihrer Meinung nach das Potenzial des Frauenfussballs? Die USA zum Beispiel haben schon früh große Fortschritte im Frauenfußball gemacht. Frauen- und Frauenfußball begeistert ein breites Publikum. Jetzt folgen andere Nationen dem gleichen. Zum Beispiel Brasilien oder die Schweiz. Wir befinden uns in einer bullischen Phase.
Alle Sponsoren reiten gerne auf dieser Welle … Klar. Vor allem, weil Frauenfußball sehr cool ist. Teilweise im Gegensatz zum Männerfußball, der teilweise sehr groß und übersichtlich geworden ist.
Braucht es eine gezielte Frauenförderung im Sport oder soll das der Markt regeln? Der Markt funktioniert erst, wenn Sie den ersten Zug erstellt haben. Nur so wird der Frauensport in vielen Disziplinen zum sicheren Erfolg. Bald gibt es Nachahmer: Sponsoren, die ebenfalls mitmischen wollen, steigern das Zuschauerinteresse ebenso wie das Medieninteresse, die Gehaltsabrechnung, den Grad der Professionalität und die Leistungsentwicklung der Spieler. Dadurch entsteht letztlich eine positive Spirale.
Die England Women’s Football Championship beginnt in zwei Wochen. Wo werden Sie die Spiele sehen? Im Fernsehen. Das erste Spiel der Schweiz gegen Portugal ist am Samstag, das habe ich mir schon vorgemerkt. Lass mich sehen!
Sie selbst haben Fußball gespielt. Sehen Sie sich die heutigen Spiele eher taktisch oder eher aus der emotionalen Sicht der Fans an? Ich bin eher ein Amateur. Ich habe auf bescheidenem Drittliganiveau gespielt. Ich bin nicht der Analytiker. Vor allem, weil sich der Fußball in den letzten Jahren enorm entwickelt hat.
Von wem bist du besonders ein Fan? Von welchem Spieler würdest du am liebsten ein Trikot kaufen? Nach unserem Gespräch hat Captain Lia Wälti natürlich einen besonderen Fokus, weil ich sie kennengelernt und geschätzt habe. Ich hoffe er erholt sich schnell. Sie schrieb, dass sie verletzt war.
Genau, er musste diese Woche das Training abbrechen. Abschließend André Helfenstein: Was glauben Sie, was die Schweiz leisten kann? Traust du dich Trinkgeld zu geben? Wir werden die Gruppenphase überstehen! Angesichts der schwierigen Gruppe wäre es ein Riesenerfolg. Und danach ist, wie so oft bei Turnieren wie diesem, alles möglich!
Glückstreffer der Deutschen: Wenn es nicht klappt, schnapp dir so ein Ei (00:31)
Die Spielerinnen im Porträt: Das markiert das Mittelfeld der Schweizer Frauenmannschaft (02:07)
█ █ █
Ausrüstung
SP
TD
Pt
1
0
0
0
2
0
0
0
3
0
0
0
4
0
0
0
█ █ █
Ausrüstung
SP
TD
Pt
1
0
0
0
2
0
0
0
3
0
0
0
4
0
0
0
█ █ █
Ausrüstung
SP
TD
Pt
1
0
0
0
2
0
0
0
3
0
0
0
4
0
0
0
█ █ █
Ausrüstung
SP
TD
Pt
1
0
0
0
2
0
0
0
3
0
0
0
4
0
0
0