1.08.2022 12:38 (01.08.2022 12:38)
Die Krumbachbrücke in Damüls wird saniert und mit Textilbeton verstärkt. ©VLK/Fachbereich Straßenbau
Die Krumbachbrücke in Damüls wird umfangreich saniert und für eine zusätzliche Nutzungsdauer von rund 50 Jahren mit Textilbeton verstärkt.
„Eine großflächige Bewehrung einer Verkehrsbrücke mit Textilbeton ist im deutschsprachigen Raum noch nicht erfolgt“, berichtet Landesrat Marco Tittler: „Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass der Werkstoff Textilbeton auch im Brückenbau erhebliche Vorteile gegenüber hat die Standardbauweise mit Stahlbeton.“
Textilbeton bringt Vorteile
Textilbeton ist im Wesentlichen eine Verbundkonstruktion mit leistungsstarken Endlos-Textilfasern aus Kohlenstoff, die auf Textilmaschinen zu einer gitterartigen Matte verstickt und anschließend mit Kunstharz ausgehärtet werden. Die Form des Gitters ist je nach Form der zu verstärkenden Fläche frei wählbar. Abschließend werden die Textilgitter im zu armierenden Bereich in ein 2 bis 3 cm dickes Mörtelbett eingebracht, um nach dem Aushärten des Mörtels den Kraftfluss im Bauwerk zu verbessern.
Brücke von Krumbach nach Damüls. (VLK/Straßenbauamt)
Neue Forschungsergebnisse
Eine großflächige Bewehrung einer Verkehrsbrücke mit Textilbeton wurde im deutschsprachigen Raum bisher nicht durchgeführt. Das Land Vorarlberg konnte jedoch nach umfangreichen Forschungsarbeiten, Versuchsreihen und Vorarbeiten in Kooperation mit der Universität Innsbruck und ansässigen Unternehmen der Textil- und Baubranche nachweisen, dass der Werkstoff Stahlbeton mit Textilien erhebliche Vorteile im Brückenbau hat. Bauweise im Vergleich zur Standardbauweise mit Stahlbeton. „Weniger Materialverbrauch, hohe Belastbarkeit und verbesserte Nachhaltigkeit durch fehlendes Korrosionsrisiko sind wichtige Vorteile gegenüber der Standardbauweise mit Stahlbeton“, so Tittler. Erste Versuchsreihen zur baubegleitenden Qualitätssicherung bestätigen die im Rahmen von Forschung und Planung festgelegten Richtwerte.
Bauarbeiten bis Oktober 2023
Die Bauarbeiten haben Anfang Mai 2022 begonnen und sollen nach einer winterbedingten Unterbrechung im Oktober 2023 abgeschlossen sein. Während der Arbeiten wird der Verkehr einspurig über Ampeln geführt. Die geschätzten Baukosten der Generalinstandsetzung und Verstärkung belaufen sich auf rund 4,6 Millionen Euro.