Das Parlament wählt den Sohn des ehemaligen Diktators zum Präsidenten der Philippinen

Junior Ferdinand Marcos tritt in die Fußstapfen seines Vaters, der 1986 entlassen wurde. Seine Vizepräsidentin wird Sara Duterte-Carpio, Tochter des scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte.

Der philippinische Kongress hat am Mittwoch den Sohn des Diktators Ferdinand „Bongbong“ Marcos junior zum nächsten Präsidenten erklärt. Bei der Volkswahl vor rund zwei Wochen erhielt der ehemalige Senator nach offiziellen Auszählungen des Senats und des Repräsentantenhauses 58,77 Prozent der abgegebenen Stimmen. Er gewann mit mehr als 16,5 Millionen Stimmen vor der scheidenden Vizepräsidentin Leni Robredo.

Bongbongs Vater, Ferdinand Marcos, wurde vor rund 36 Jahren nach einem Volksaufstand gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen gestürzt. Sara Duterte-Carpio, Tochter des scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte, wurde mit 61,53 Prozent der Stimmen zur nächsten Vizepräsidentin erklärt. Die beiden neu gewählten Mitglieder sollen am 30. Juni für eine Amtszeit von sechs Jahren vereidigt werden. Stunden vor der Ankündigung stießen Demonstranten mit der Polizei zusammen, als sie sich in der Nähe des Repräsentantenhauses versammelten.

Das Regime von Ferdinand Marcos (1917-1989) und seiner exzentrischen Frau Imelda (heute 92 Jahre alt) hatte sich über viele Jahre mit Mord, Kleptokratie und spurlosem Verschwinden politischer Gegner einen Namen gemacht. Das Ehepaar soll auch Milliarden aus den Staatskassen abgezweigt haben. 1986 wurde die Familie aus dem Inselstaat vertrieben und floh nach Hawaii. Nach dem Tod des Diktators 1989 kehrte er Anfang der 1990er Jahre auf die Philippinen zurück.

(APA/dpa)

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