Gepostet am 30. Mai 2022, 15:24 Uhr
Ein Tierheim bei Biel bietet Laborratten eine Chance auf ein neues Leben. Das Konzept sieht vielversprechend aus.
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Ein Tierheim in Orpund vermittelt ausgediente Laborratten an Privatpersonen.
Carolin Strasser
Aufgrund ihrer hohen Intelligenz und Neugier sind Nagetiere bei Verhaltensexperimenten beliebt.
Carolin Strasser
Laut Rosel Animal Shelter waren die meisten Ratten Tiere, die nicht an Experimenten teilnahmen.
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Das Tierheim Rosel in Orpund beherbergt ausgediente Laborratten und stellt sie privaten Wachen zur Verfügung. Die Versuchstiere stammen laut dem Online-Portal Ajour.ch von der ETH Lausanne. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz und Neugier sind Nagetiere bei Verhaltensexperimenten beliebt. Bisher wurden die Tiere am Ende ihrer Karriere geschlachtet.
Nun aber arbeiten Tierschutz und Forschung zusammen, um Tieren den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen. Nur Ratten, die an Experimenten mit geringer Schwerkraft beteiligt sind, können privat platziert werden. Das bedeutet, dass zur Adoption verfügbare Ratten nur Versuchen ausgesetzt wurden, die leichte und kurzzeitige Schmerzen oder eine leichte Verschlechterung des Allgemeinbefindens verursachten. Gentechnisch veränderte Tiere sind ebenfalls ausgeschlossen. „Die meisten Ratten sind Schrott, also Tiere, die noch nie für Versuchszwecke verwendet wurden“, erklärt Carolin Strasser vom 20 Minuten entfernten Rosel Animal Shelter.
Ein Umzug hat Potenzial
Die ETH Lausanne ist nicht das erste Forschungsinstitut, das seine alten Versuchstiere an Privatpersonen spendet. Die Universität Zürich konnte bereits 300 Ratten vermitteln und vor dem Tod retten. Dies zeigt das Potenzial für eine Verlagerung. Aber Zürich- und Bernerratten sind nur ein Teil der Versuchstiere, die jedes Jahr getötet werden. Durch eine Ausweitung der Initiative könnten nicht nur Ratten, sondern beispielsweise auch Mäuse und Zebrafische gerettet werden. Neben Tieren profitieren auch Forscher. Sie freuen sich, den Tieren ein neues Leben zu schenken.
Eingewöhnung als Haustier
In der Zwischenzeit werden Orpund-Ratten langsam an ihr zukünftiges Haustierleben herangeführt. Nagetiere kannten bisher nur Zeitungsstreifen, Plastikhäuschen und Futterpellets. Im Tierheim sind sie beispielsweise an Holz, Heu und Gemüse gewöhnt.
Sie möchten alten Laborratten ein Zuhause bieten? Dann wenden Sie sich an das Tierheim Rosel d’Orpund, Tel. 032 341 85 85.