Dax heute und aktualisiert: Indexentwicklung und aktualisierte Kurse

Düsseldorf Deutsche Börsenanleger agieren weiter nervös. Der Leitindex Dax fiel zum Handelsschluss am Mittwoch um rund ein Prozent auf 13.157 Punkte.

Inzwischen war das Börsenbarometer sogar unter 13.000 gefallen. Da die Kurse an der Wall Street im frühen Handel jedoch stabiler als erwartet waren, konnten auch die deutschen Indizes einen Teil ihrer Verluste ausgleichen. Zuvor hatte der Dax drei Tage in Folge positiv geschlossen.

Angesichts der Kursverluste seit Anfang Juni, als der Leitindex in wenigen Tagen von 14.709 auf 13.007 Punkte fiel, befindet sich der Dax wieder im Abwärtstrend. Mitte Mai hatte das Aktienbarometer die Trendlinie vorübergehend geschlossen. Er startet mit dem Jahreshoch von 16.285 Punkten Anfang Januar und wird aus den weiteren Zwischenhochs gebildet.

Aufgrund der Entwicklung im Mai erwarteten Analysten eine ruhigere Börsenphase, aber diese Hoffnung ist bereits verflogen. Zudem testete das Börsenbarometer am Dienstag mit einem Tageshoch von 13.444 Punkten die obere Linie dieses Abwärtstrends und prallte dann wieder nach Süden ab, ein negatives Signal für die weitere Entwicklung.

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Für den technischen Analysten Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel bleibt „dieser Abwärtstrend dominant“. Für ihn ist „der Anstieg in der kurzfristigen Baisse wieder zu einem fast praktischen Abwärtstrend geworden“. Dies könnte eine neue Verkaufsphase einläuten.

Ein Blick auf die Entwicklung seit Jahresbeginn zeigt: Nach der ersten Verkaufswelle von Anfang Januar bis Anfang März konnte sich der Dax wieder stabilisieren. Doch mit den Kursverlusten der letzten Tage scheint der Leitindex in die dritte Marktphase eingetreten zu sein.

Daher sollten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf den Boden richten. Der erste größere Widerstand wurde heute bereits gebrochen. Das waren kurzfristig 13.007 Punkte, der Tiefpunkt der Abwärtsbewegung seit Anfang Juni und zugleich der niedrigste Kurs der letzten drei Monate. Darunter das Jahrestief von 12.438 Punkten, das der Leitindex Anfang März erreichte.

Steht die finale Verkaufsphase des Dax noch an?

Trotz deutlicher Verluste seit Jahresbeginn hat sich der deutsche Leitindex gegenüber früheren Abwärtsphasen wie dem Platzen der Internetblase 2002/03, der Finanzkrise 2008 und dem Knacken der Krone weiterhin gut behauptet im Jahr 2020.

Dies zeigt sich laut Börsenexperte Toni Riedl vor allem im „Angstbarometer“ des VDax, das auf Basis der erwarteten Schwankungen am Optionsmarkt berechnet wird. Je höher diese Werte sind, desto größer sind die Preisschwankungen, die Profis in den nächsten 30 Tagen erwarten.

Aktuell ist der V-Dax um die 30 wert, doch in der Panikphase springt die Börse von 50 auf 80. Das heißt, an der Börse herrscht zwar deutlich mehr Nervosität, aber noch keine Verkaufspanik. Zum Vergleich: Während des Crown-Crashs schoss der VDax auf einen Rekordwert von 93.

Laut Riedl haben alle großen Dax-Bärenmärkte der vergangenen Jahrzehnte eine Abverkaufsphase mit Werten von mehr als 50 am VDax beendet. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Eine endgültige Marktbereinigung steht noch aus“, sagte er.

Nach seiner Analyse besteht rein rechnerisch die Gefahr, bis auf 11.500 Punkte zurückzufallen. Entsprechend den typischen Jahresschwankungen des Dax könnte sich dieser Rückgang auf die statistisch schwachen Monate August und September mit kurzfristig starken Schwankungen erstrecken.

Schauen Sie sich die einzelnen Werte an

ASF: Zeitungen sind um 5,8 Prozent gefallen. Vorstandschef Martin Brudermüller hatte die Anleger am Dienstag auf schwierigere Zeiten vorbereitet. In der zweiten Jahreshälfte werde BASF nicht mehr von den voreingestellten Lieferketten der Wettbewerber profitieren und es werde auch hohe Energiekosten geben, sagte er.

Bayer: Die rechtliche Wende in den USA im Streit um das Herbizid Glyphosat bereitet Bayer weiterhin Probleme. Zeitungen sind um etwa zwei Prozent gefallen, nachdem sie am Dienstag 2,1 Prozent verloren hatten. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die Berufung des Pharma- und Agrochemieunternehmens zurückgewiesen.

Stahlwerte: Die Salzgitter-Papiere belassen die rote Laterne im Kleinwertindex SDax bei minus elf Prozent. Eine Studie des US-Bankensektors JP Morgan beeinflusste den Kurs. Analyst Luke Nelson senkte die Aktien des Stahlkonzerns von „Neutral“ auf „Untergewichten“ und senkte das Kursziel von 44,00 Euro auf 31,60 Euro. Er bezog sich auf deutlich niedrigere Preise und sinkende Ertragskraft. Die Lagerbestände in Europa und China sind ziemlich hoch und die wirtschaftlichen Aussichten schlecht. Infolgedessen notierte auch die Thyssen-Krupp-Aktie um acht Prozent im Minus. Die Rollen des Klöckner & Co. Stahlhändlers sie verlieren mehr als sechs Prozent.

Hugo Boss: Die Aktie dreht mit einem kleinen Plus von über 0,1 Prozent den Trend. Heute Morgen gab die britische Frasers Group bekannt, dass sie ihre Beteiligung an dem Modeunternehmen noch einmal aufgestockt hat.

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