Der nächste ÖVP-Landeschef ist offen für Preisobergrenzen

Christopher Drexler ist seit zwei Wochen neuer Landeshauptmann der Steiermark. Er fordert nun konkrete Maßnahmen gegen die Inflation.

Die Energiepreise steigen weiter. Die Bundesregierung gerät zunehmend ins Kreuzfeuer und viele werden zum Handeln aufgefordert. Steiermarks Landeshauptmann Christopher Drexler von der ÖVP fordert nun eine Begrenzung der Stromrechnung.

Bundesländer kritisierten die Regierung

Bereits unter der Woche gab es Gerüchte in der Innenpolitik. Obwohl ÖVP und Grüne auf Bundesebene eine Strompreisobergrenze ohne EU-weiten Beschluss grundsätzlich ablehnten, kamen immer mehr Aufrufe aus Bundesländern.

Neben Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner meldete sich auch der neue Landeshauptmann Christopher Drexler mit dem Wunsch nach einer Preisobergrenze für Strompreise zu Wort. In einem Interview mit dem Ö1-Mittagsjournal wiederholte Drexler am Samstag seine Vorstellungen. Er bezeichnete eine Preisobergrenze „als letzten Ausweg“.

„Ich finde es wichtig, die Inflationswelle für die Bürger erträglich zu machen“, sagte Drexler. Da die Regierung einer Begrenzung des Strompreises wohl nicht nachgeben wird, deutet nun vieles darauf hin, dass die Stromrechnung begrenzt wird.

Diesen Schritt hat der Leiter des WIFO, Gabriel Felbermayr, ins Spiel gebracht. Konkret bedeutet dies, dass ein Teil des Stromverbrauchs, beispielsweise 80 Prozent, als kostenloser Strom für null Euro zur Verfügung steht. Der restliche Strom wird zum Marktpreis abgerechnet. Felbermayr sieht dadurch Kosteneinsparungen für die Bürger und gleichzeitig Anreize zum Energiesparen. Drexler jedenfalls unterstützt diese Idee und nennt die Diskussion darüber “äußerst vielversprechend”. Ziel muss es daher sein, das Leben für die Bevölkerung wieder bezahlbar zu machen.

Drexlers Sondervotum ist jedoch keine Kritik an Bundeskanzler Karl Nehammer. Er lobte den nun in arge Bedrängnis geratenen Regierungschef: „Er hat die ÖVP in einer äußerst schwierigen Situation übernommen und leistet hervorragende Arbeit.“

Entfernung zu Kurz, Nähe zu VdB

Sebastian Kurz dürfte eine Mitschuld an der Misere der Volkspartei tragen. Während seiner Regierungszeit brachte der Ex-Rektor diverse Korruptionsermittlungen an die ÖVP. Drexler sieht die “Folge” jedoch beendet und verweist auf die Unschuldsvermutung. Mit seinem Rücktritt hätte Kurz auch versichert, dass die Koalition weiterarbeiten könne, was angesichts des “ehrgeizigen Regierungsprogramms” sehr wichtig sei, sagte Drexler.

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Bei der anstehenden Bundespräsidentenwahl im Oktober zeigte sich der Staatschef erneut als Anhänger von Alexander Van der Bellen. Der ehemalige Grünen-Chef sei “eine ausgezeichnete Wahl” für Bürger der Mittelschicht, sagte Drexler. Er hatte sie mehrmals gewählt, und seitdem hatte er kein Anzeichen dafür gehört, dass er seine Entscheidung bereut hätte.

Nav-Compte TK Zeit16.07.2022, 13:24 | Akt: 16.07.2022, 14:11

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