Gezogener Schlitten von 250.000 Franken
Der neue Bürgermeister von Como verfolgt Schweizer Parksünder
Im Wahlkampf kündigte Alessandro Rapinese an, einen eigenen Kran nur noch für illegale Schweizer Parkplätze zu haben. Er ist seit zwei Wochen Bürgermeister und hält Wort.
Gepostet: 17:17 Uhr
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Aktualisiert: 17:53 Uhr
Alessandro Rapinese (46) hat schon lange ein Auge auf freche Schweizer Kriminelle geworfen. Sie verhängen ein absolutes Parkverbot für ihre Autos und zahlen dann die Bußgelder nicht. Dadurch gehen der italienischen Grenzstadt Como jährlich 300.000 Euro verloren. „Wenn ich Bürgermeister bin, gibt es einen Kran speziell für die Schweizer“, postete Alessandro Rapinese im Frühsommer-Wahlkampf auf Facebook. Der parteilose Italiener kandidierte für das Bürgermeisteramt. Sein Versprechen ging auf.
Der Immobilienmakler ist seit dem 29. Juni Bürgermeister – und er hält Wort. Weniger als zwei Wochen im Einsatz und die Jagd nach illegalen illegalen Parkplätzen hat begonnen. Passanten sahen am Samstagabend zu, wie ein über 250’000 Franken teurer schwarzer Mercedes mit Tessiner Kennzeichen an der Via Grassi, im Zentrum der Altstadt von Como, auf einen Kran kletterte. Der Schnappschuss landet auf den lokalen Medienseiten. Der Kran ist zwar kein „Sondermodell für die Schweizer“, sondern vom üblichen Abschleppdienst, Versprechen einzuhalten ist ein Muss.
“Unsere Schweizer Freunde parken wo sie wollen”
„Unsere Schweizer Freunde, die parken, wo sie wollen und dann dem Bus ausweichen, müssen jetzt bezahlen, um das Auto nach Hause bringen zu können“, triumphierte Rapinese. Er selbst sei oft im Tessin, sagte der ängstliche Bürgermeister gegenüber Como Zero, «dann parke ich wo ich kann und bezahle ein Ticket. Das ist normal.»
Unterdessen stöhnt der Besitzer des Luxus-SUV auf Instagram: „Ich habe das Auto dort hingestellt, um Geld in der Stadt zu hinterlassen, in der Herr Rapinese Bürgermeister ist. Da es nirgendwo Parkplätze gibt, habe ich das Auto dort abgestellt, wo ich seit zehn Jahren parke.“ Zudem stellt der Tessiner fest: «Autos durften überall anhalten, nur mit italienischen Nummernschildern. Ihnen ist nichts passiert.”
Nicht nur Parkkriminelle kommen ans Portemonnaie. Comos neuer starker Mann jagt auch schwarze Betrüger und Schwimmer. Ihre Müllpolizei kontrolliert die Müllcontainer auf ordnungsgemäße Mülltrennung. Auch an den Stränden, an denen das Baden verboten ist, gibt es Patrouillen.