Energieversorgung: Das Erwachen der Panik in Deutschland

Für ein Land wie Deutschland ist die Ohnmacht, mit der sein Wirtschaftsminister und der Leiter der Energienetzbehörde grundlegende Zukunftsfragen beantworten müssen, einfach nicht hinnehmbar. „Wir wissen es nicht“, sagten Robert Habeck und der Direktor der Bundesnetzagentur Müller am Montag auf die Frage, ob im Herbst russisches Gas nach Deutschland fließen werde. Ob die Gasspeicher, wo auch immer, bis dahin gefüllt sein werden, damit das Land ohne größere Störungen überwintern kann, wissen sie wahrscheinlich auch nicht.

In kurzer Zeit stürzte eine deutsche Kartenburg ein. Drei gesetzlich geschützte eiserne Grundsätze wurden außer Acht gelassen: Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit. Habeck und die Ampelkoalition haben nicht als Erste erkannt, dass Sicherheit die wichtigste Rolle spielt.

Aufwachen aus Panik

Es wird nun versucht, es wiederherzustellen, was immer ein Garant dafür gewesen sein sollte, eine größtmögliche Autarkie und Bezugsquellenvielfalt. Die Ölkrise der 1970er Jahre hat gezeigt, was Unterlassungen in dieser Hinsicht bewirken können, leider ohne langfristige Vorwarnung.

Aufwachen ist jetzt noch mehr Panik. Es ist die Rede von Ausnahmezustand, Teilung, Zusammenbruch. Aber so falsch Nachlässigkeit in der Vergangenheit war, so falsch wäre es heute, an Alpträume zu denken.

Golgatha durch Atomkraft

Gasrationierung ist nicht einmal der schlimmste Fall. Entscheidend ist der zu zahlende Preis. Der Staat kann vieles, aber nicht alles. Zumindest dürfen Sie Ihre Stromversorgung nicht reduzieren. Die Koalition steht vor einem entscheidenden Test, ob die Kernkraft nach der Kohlekraft wieder aktiviert wird. Die FDP geht einen Kollisionskurs und tritt der Union bei. Er besteht auf einer Verlängerung der Frist.

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Warum spielt es keine Rolle, dass „nur“ ein Prozent der Gasstromerzeugung, wie es jetzt beruhigend heißt, sofort durch Atomkraft ersetzt werden kann? Oder weil das Heizen mit Strom bald sinnvoller sein könnte als mit einer Gasheizung und der Stromverbrauch in die Höhe schnellen könnte? Mit diesen Fragen wartet Deutschland auf den 21. Juli wie ein Hase vor einer Schlange.


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