Der Rechtsstreit um den Hafenstreik endet in Hamburg mit einer Einigung

Mit dem größten Streik seit Jahrzehnten haben am Donnerstag erneut Tausende Hafenarbeiter den Umschlag von Frachtschiffen in deutschen Nordseehäfen blockiert. Dies bedeutet, dass die seit Ausbruch der Corona-Pandemie zunehmend gestörten globalen Lieferkettenprozesse zusätzlich unter Druck geraten. Logistikunternehmen wollten in diesem Zusammenhang Arbeitskampfmaßnahmen per Gerichtsbeschluss stoppen, blieben aber erfolglos. In Hamburg gab es allerdings einen Vergleich

„Wir haben die Verhältnismäßigkeit der Streiks rechtlich kontrolliert“, sagte er gegenüber Branchenkreisen. Die Arbeitsgerichte in Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven lehnten Anträge auf gerichtliche Anordnung verschiedener Hafenlogistikunternehmen zur Beendigung des Warnstreiks ab. Erst in Hamburg endete der Streit um die Rechtmäßigkeit der Warnstreiks mit einer Einigung, wie eine Gerichtssprecherin am Abend in einer Petition sagte. Der Streik kann laut NDR bis Samstagmorgen stattfinden, danach gilt eine sechswöchige Friedenspflicht. Daher hatte das Gericht Zweifel daran geäußert, dass die Gewerkschaft Verdi bei der Entscheidung über den Streik alle formalen Voraussetzungen erfüllt hatte.

Die Stauer streiken bis Samstagmorgen

An allen großen Häfen streikten die Mitarbeiter mit der Frühschicht, die Arbeit sollte erst am Samstagmorgen nach einer 48-stündigen Pause fortgesetzt werden. Neben Hamburgs größtem deutschen Seehafen als zentraler Drehscheibe für Im- und Exporte sind vor allem die Häfen Bremerhaven, Bremen, Emden und Wilhelmshaven betroffen.

Nach sieben erfolglosen Gesprächsrunden im Tarifstreit um die Löhne der Hafenarbeiter will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber wieder erhöhen. Bereits zweimal hatten sie im Juni die Abfertigung der Schiffe lahmgelegt, zuletzt am 23. Juni für 24 Stunden. Ähnliche Streiks gab es zuletzt vor mehr als vier Jahrzehnten in Deutschland.

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Die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen dürften erheblich sein und das Be- und Entladen weitgehend stoppen. Dadurch wird die ohnehin schon angespannte Situation mit einem Schiffbruch in der Nordsee verschärft und die Abläufe an den Docks voraussichtlich weiter untergraben. Die größte deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd hatte ihre Kunden bereits am Vortag gewarnt, dass an den Containerterminals voraussichtlich zwei Tage lang nichts passieren werde.

Die Chefunterhändlerin des Zentralverbands Deutscher Hafenunternehmen (ZDS), Ulrike Riedel, hat den Streikaufruf als „unverantwortlich“ bezeichnet. Während Verdi schon immer von Warnstreiks gesprochen hat, sagt der ZDS, dass ein zweitägiger Streik „nicht mehr als Warnstreik bezeichnet werden kann“.

Der Chef des Hamburger Hafenlogistikers HHLA sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“: „In der aktuellen Situation gefährdet der Arbeitskampf die Versorgung der deutschen Wirtschaft.“

Aufgrund des Corona-Virus herrscht seit langem viel Verwirrung beim weltweiten Transit von Frachtschiffen und Containern. Nach neuesten Schätzungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) stehen etwa zwei Prozent der weltweiten Frachtkapazität in Staus in der Nordsee. Derzeit warten etwa 20 Frachtschiffe darauf, an die Liegeplätze der Deutschen Bucht geschickt zu werden, die meisten davon mit Ziel Hamburg.

Arbeitsgerichte wollen den Streik der Hafenarbeiter nicht stoppen

In diesem Zusammenhang hat die Logistik am Donnerstag mehrere Arbeitsgerichte um vorsorgliche Maßnahmen gegen den Marsch gebeten. „Die Arbeitgeber hielten den Streik für rechtswidrig“, sagte ein Sprecher des Arbeitsgerichts Bremen. Der Arbeitgeber bemängelte unter anderem einen fehlenden Streikbeschluss der Gewerkschaft und eine unzureichende Nachfrage nach Beton. Sie argumentierten auch, dass das öffentliche Interesse unverhältnismäßig belastet und verschlechtert werde und ein Schiedsverfahren hätte durchgeführt werden müssen. „Zu den vier Punkten waren die Kammern unterschiedlicher Auffassung“, sagte der Bremer Gerichtssprecher. Ähnlich hat der Justizsprecher der beiden niedersächsischen Gerichte die Entscheidungen erläutert.

Verdi erhob ein Klagepaket, das nach eigenen Angaben je nach Tarifgruppe Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent über einen Zeitraum von 12 Monaten ausmachen würde. Nach mehreren Verbesserungen legte der Zentralverband Deutscher Hafenunternehmen (ZDS) kürzlich ein “Schlussangebot” auf den Tisch, das ein Volumen von bis zu 12,5 Prozent und für konventionelle Unternehmen ein Volumen von 9,6 Prozent vorsieht, allerdings mit einer Laufzeit von 24 Prozent. Monate. Verdi hält die Versorgung für unzureichend, weil er im zweiten Amtsjahr das Inflationsrisiko einseitig auf die Schultern der Beschäftigten abwälzt. Der letzte Verhandlungsversuch der Tarifparteien endete am Mittwochabend nach mehr als acht Stunden vergeblich. (mp/dpa)

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