Deutsche 9-Euro-ÖV-Tickets: Lässt sich ein günstigeres ÖPNV-Ticket auch in der Schweiz gestalten?

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In Deutschland gibt es ab Juni im öffentlichen Nahverkehr ein „9-Euro-Ticket“, um hohe Energiepreise auszugleichen. In der Schweiz fordern die ersten linken Politiker eine ähnliche Senkung der Ticketpreise. ÖPNV-Verbände stehen der Idee allerdings kritisch gegenüber.

Autoren: Saya Bausch und Mirjam Fuchs

Von Anfang Juni bis Ende August gilt ein 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Das ermäßigte Ticket ist Teil eines Entlastungspakets, das auch einen begrenzten Benzinrabatt beinhaltet.

Diese ist im „9-Euro-Ticket“ enthalten.

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Im Juni, Juli und August sind in Deutschland Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr für neun Euro im Monat erhältlich. Das Ticket gilt für alle öffentlichen Nah- und Regionalverkehrsmittel, also S- und U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse und Regionalzüge. Sie gilt jedoch nicht für den Fernverkehr.

Von dem Angebot kann jeder profitieren, unabhängig vom Einkommen. Kinder unter sechs Jahren reisen kostenlos. Auch ausländische Touristen können von den ermäßigten Tickets profitieren.

Damit will die Bundesregierung die Bürgerinnen und Bürger entlasten, die durch steigende Energiepreise mit höheren Kosten konfrontiert sind.

Linke Politiker fordern spezielle Super-Spar-Tickets

Auch in der Schweiz sollen Vergünstigungen für den öffentlichen Verkehr eingeführt werden, um die hohen Benzinpreise auszugleichen, so Nationalrat Matthias Aebischer (SP/BE). Fragen Sie nach einem speziellen Sparticket, denn in der aktuellen Krise soll nicht das Autofahren günstiger werden, sondern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. „Deshalb finde ich die Idee für das 9-Euro-Ticket super: Es könnte ein Tagesticket für den Sommer in der Schweiz sein.“ Wer es dann wann braucht, kann noch besprochen werden.

Die Idee für das 9-Euro-Ticket finde ich super: Es könnte ein Sommerpass in der Schweiz sein.

Entscheidend bei der Finanzierung sei, ob die Vergünstigungen für bestehende ÖV-Nutzer gelten sollen oder ob Autofahrer auf ÖV umsteigen können, sagt Aebischer. Es gibt also zusätzliches Geld und auch der Bund kann helfen. “Anstatt Benzin und Diesel billiger zu machen, sollte die Bundesregierung so etwas tun.” Der SP-Nationalrat will seine Anliegen kommende Woche an den Bundesrat richten.

Weniger begeisterte ÖPNV-Verbände

Ueli Stückelberger, Geschäftsführer des Verbunds öffentlicher Verkehr (VÖV), ist wenig begeistert von einem speziellen Super-Sparbillett. “Wir haben ein gutes Angebot und wollen eine nachhaltige Lösung; das 9-Euro-Ticket ist es sicher nicht.”

Auch die Einführung eines speziellen limitierten Super-Sparbilletts ist für den Club der Verkehrsbetriebe der Schweiz (VCS) keine gute Option. „Wir haben in der Schweiz ein gut funktionierendes öffentliches Verkehrssystem und viele Angebote, die bereits funktionieren“, sagt Geschäftsführer Andreas Gautschi. Viele Fragen würden mit dem billigsten Ticket für öffentliche Verkehrsmittel gestellt; beispielsweise wäre nicht klar, für welche Strecken Sie sich bewerben sollten und für welche nicht. Außerdem ist unklar, was mit bestehenden Abonnements passieren würde. „Deshalb macht es aus unserer Sicht keinen Sinn, mit einer so voreiligen Übung zusätzliche Unklarheiten zu schaffen.“

Die ÖPNV-Organisation Alliance SwissPass bezeichnet die Finanzierung eines stark vergünstigten Tickets nach dem 9-Euro-Ticketmodell als sehr unrealistisch für SRF. Vor allem im Kontext der Corona-Krise, als weniger Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzten und der Grad der Kostendeckung dadurch deutlich zurückging.

In der Schweiz dürfte es, wie auch in Deutschland zu erwarten, zu Stoßzeiten oder (touristischen) Sehenswürdigkeiten schnell zu Auslastungsproblemen kommen.

Zudem unterliegt die Nutzung der Verkehrsmittel im Tagesverlauf großen Schwankungen. „Deshalb dürften in der Schweiz, wie in Deutschland zu erwarten, zu Spitzenzeiten oder (Touristen-)Punkten schnell Kapazitätsprobleme auftreten.

ÖPNV-Verbände und Matthias Aebischer sind sich jedoch in einem Punkt einig: Ziel sollte es sein, dass mehr Autofahrer den ÖPNV nachhaltig nutzen.

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