Deutsche Leberstiftung am NASH International Day: Endemic Liver Disease

Hannover – NASH International Day (kurz IND) findet am 12. Juni 2022 zum fünften Mal statt. Das Global Liver Institute (GLI) hat sich zum Ziel gesetzt, mit der weltweiten Aufklärungs- und Aktionsinitiative auf die wachsende Zahl der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) und ihrer fortgeschrittenen nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NASH) aufmerksam zu machen ). ). Laut GLI sind weltweit mehr als 115 Millionen Menschen von NASH betroffen. Experten gehen von einer Verdopplung bis 2030 aus und sprechen von einer versteckten Epidemie. Auch in Deutschland erkranken immer mehr Erwachsene und Kinder. Der Kampf gegen die NAFLD und NASH ist eines der etablierten Aktionsfelder der Deutschen Leberstiftung. Daher unterstützt es IND.

„NAFLD ist mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Während die einfache Adipositas, eine nicht-alkoholische Fettleber, kurz NAFL, noch relativ harmlos ist, handelt es sich bei der NASH um entzündliche Zellveränderungen.“ Diese Stadien können Leberspezialisten anhand von Laborwerten differenzieren , bildgebende Verfahren wie Ultraschall und eventuell eine Leberprobe”, erklärt Prof. DR. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, ergänzt: „Während das Leberzellkarzinom bei den meisten Lebererkrankungen aus einer Leberzirrhose entsteht, muss es sich nicht um eine Fettleber handeln. Bei fast 50 Prozent der Fettleber-bedingten Krebsfälle hatten die Patienten offenbar vorher keine Leberzirrhose, sondern nur NASH, also eine entzündete Fettleber. Westliche Essgewohnheiten sind reich an Fett, Kohlenhydraten und Fruchtzucker. Häufiger Konsum von Fertigprodukten in Kombination mit wenig Bewegung ist quasi ein „Garant“ für die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber. Darüber hinaus begünstigen sich Fettleber und Diabetes mellitus (Blutzucker) gegenseitig. Liegen beide Erkrankungen vor, steigt unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen erheblich an.

Eine aktuelle Studie bestätigt, dass NAFLD mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und einer kürzeren Lebenserwartung assoziiert ist: Unter NAFLD-Patienten, die zu Beginn der Studie keine kardiovaskuläre Erkrankung hatten, entwickelten zehn Prozent eine kardiovaskuläre Erkrankung im Vergleich zu vier Prozent der Kontrollgruppe. Nach Berücksichtigung der Störfaktoren hatten Menschen mit NAFLD ein 2,6-fach höheres NAFLD-Risiko. Patienten mit NAFLD hatten ein 3,7-fach höheres Risiko, eine nicht-tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.

Bis heute gibt es keine zugelassene pharmakologische Behandlung für NAFLD. Im Rahmen von Studien wird derzeit eine Vielzahl neuer Medikamente zur Behandlung der NAFLD untersucht. Die derzeitige Therapie der NAFLD zielt vor allem auf Lebensstiländerungen ab, die mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung beinhalten. Ziel ist die Vermeidung von Fett, Fruchtzucker und Kohlenhydraten, die die Leber in Fett umwandelt, und eine dem Gewicht angepasste Kalorienreduktion. Je mehr Übergewicht der Patient hat, desto mehr sollte es reduziert werden. Es wird empfohlen, körperliche Aktivitäten zu entwickeln. Zum Beispiel fünf bis sieben Trainingseinheiten pro Woche, bei denen für mindestens 20 Minuten eine Pulssteigerung garantiert ist; auch längere Einheiten sind willkommen.

NAFLD und NASH stellen eine globale Public-Health-Herausforderung dar. Neben Weiterbildungen für die Bevölkerung und speziellen Aktionstagen wie dem NASH International Day sollte es das Ziel sein, die wachsende Zahl von Patienten zuverlässiger und effektiver zu diagnostizieren und die Versorgung der Betroffenen zu optimieren Mit dem „Deutschen NAFLD-Register” leisten wir hierzu einen wesentlichen Beitrag. Die Deutsche Leberstiftung startete das Register mit Unterstützung zweier Forschungsgruppen – „NAFLD CSG” der Universitätszentren und „FLAG-Studie” des Berufsverbandes in Deutschland niedergelassene Gastroenterologen (bng) – und verwaltet es seit Dezember 2020 über die Leberstiftung-GmbH. In diesem Register sammeln wir derzeit Daten zur Versorgungsrealität „Wir planen, die jeweiligen Therapien nach Zulassung zu dokumentieren wichtig, um die Patientenversorgung zu verbessern”, erläutert Professor Manns das besondere Engagement der Deutschen Leberstiftung die NAFLD.

Die Deutsche Leberstiftung bietet eine Kurzbroschüre zum Thema „Leber und Fett“ an. Bestell- und Downloadmöglichkeiten auf der Serviceseite unter www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit Leber, Lebererkrankungen und deren Behandlungen. Ziel ist es, die Patientenversorgung durch die Förderung von Forschung und eigenen wissenschaftlichen Projekten zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert die Stiftung die Öffentlichkeit für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Auch die Deutsche Leberstiftung informiert und berät Betroffene und ihre Angehörigen sowie Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung unter www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie unter anderem vielfältiges Informations- und Bildmaterial für Betroffene, Interessierte, Mitglieder von Fachkreisen und Medienvertreter.

BUCHTIPP: Jetzt in der vierten Auflage, aktualisiert und erweitert: „Das Leberbuch“ informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, deren Diagnosen und Therapien. Im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3043-7, 19,99 € [D]. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-òch. Ein Rezensionsexemplar kann per E-Mail an asche@humboldt.de (Frau M. Asche) angefordert werden.

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