Die Ampelprovision zahlt die Farben sehr gut

Eigentlich müssten die drei westlichen Bundesländer nach bisheriger Modalität heute wieder in die gelbe Zone des mittleren Risikos gerutscht sein. Das liegt vor allem daran, dass es im Westen so gut wie keine Nachweise und damit nur sehr wenige asymptomatische Fälle gibt. Dies hat bisher die Risikozahl erhöht, selbst bei relativ geringen Fallzahlen.

Die Health Austria GmbH und das Sozialministerium waren nun der Meinung, dass diese Zahlen aufgrund der niedrigen Werte nicht mehr aussagekräftig seien. Ein valider und vergleichbarer Nachweis asymptomatischer Fälle ist derzeit nicht möglich, heißt es in einem der APA vorliegenden Ausschussdokument. Daher wurde der Faktor der asymptomatischen Fälle eliminiert und stattdessen ein Omikron-Abzug eingeführt, der die geringe Wahrscheinlichkeit einer Hospitalisierung im Vergleich zu den bisherigen Varianten darstellen soll. Nur Wien lehnte das Modell im Ausschuss ab.

In allen Ländern verbesserte sich der Risikowert rasch, insbesondere in jenen, die mehr oder weniger auf Tests verzichten, also eine relativ hohe Dunkelziffer aufweisen. Testliebende östliche Länder bleiben praktisch straffrei. Damit hat Wien, das nach alter Berechnung den sechstbesten Risikowert gehabt hätte, nun den schlechtesten Wert. Auch Niederösterreich gewinnt mit dem überarbeiteten Modell relativ wenig (20-14). Die Zahl der Risiken ist in Vorarlberg von 29 auf 13 und in Tirol von 28 auf zwölf gesunken.

Dieses Zahlenspiel wird am Trend wenig ändern. In vier Ländern steigen die Infektionszahlen bereits deutlich an. Betroffen sind Wien und die drei westlichen Bundesländer, allen voran Vorarlberg mit einem Plus von 30 Prozent, wobei sich die Werte auch in allen Bezirken des „Landes“ verschlechtern. Dort wie in Wien steigen die Zahlen auch bei den besonders gefährdeten 65-Jährigen. Lediglich in der Steiermark und im Burgenland ist ein spürbarer Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen.

Wien hat nach wie vor die höchste Zahl an Bruttofällen, aber hier werden auch mehr Tests durchgeführt, fast doppelt so viele pro Kopf wie im zweitfleißigsten Bundesland Niederösterreich. Auch die positiven Testquoten in den drei östlichen Bundesländern liegen unter zwei Prozent, in den drei westlichen Bundesländern bei über sieben Prozent. Die niedrigste Inzidenz gab es vergangene Woche in Voitsberg, die höchste in Wien vor Bregenz.

Der Durchschnitt der neuen Berechnungsmethode, die vor nicht allzu langer Zeit verwendet wurde. Mitte Februar gab es zum ersten Mal eine Reaktion auf Omikron, und noch stärker als dieses Mal. Wien als damals „bestes“ Bundesland verbesserte sich innerhalb einer Woche von einem Risikowert von 1.473 auf 150,8.

Heute Nachmittag teilte die Kommission in einer kurzen Pressemitteilung mit, dass die Bewertungskriterien zur Einschätzung der Verbreitung und des Risikos des Systems auf Basis der „aktuellen österreichischen Empirie und der aktuellen Studienlage“ überarbeitet worden seien. Dabei wurden insbesondere Faktoren wie das sehr geringe Systemrisiko von Omicron-Varianten berücksichtigt und aktuelle Erkenntnisse zur Immunität berücksichtigt.

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