Die EU macht Gas «grün»: Glättli fordert Schweizer Sonderweg

Das EU-Parlament stuft Investitionen in Gas und Kernenergie als grün ein. Bundespräsident Green Glättli fordert nun eine eigene Klimataxonomie der Schweiz.

Der Präsident der Grünen, Balthasar Glättli, spricht während der Herbstsession 2020 im Bundeshaus in Bern. – Schlüsselschlüssel

Ankündigungen

das Wesentliche zusammengefasst

  • Investitionen in Gas- und Kernenergie werden in der EU als klimafreundlich bezeichnet.
  • «Eine verheerende Entscheidung für Klima und Frieden», kritisiert Balthasar Glättli.
  • Bundespräsident Verd fordert nun einen eigenen Stempel der Schweiz.

Künftig sollen Investitionen in bestimmte Gas- und Kernkraftwerke in der EU als „klimafreundlich“ gekennzeichnet werden. Das EU-Parlament hat am Mittwoch den Vorschlag für die sogenannte Taxonomie gebilligt, ein Klassifizierungssystem zur Orientierung bei Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten.

Die Kammer des Europäischen Parlaments. Foto: Julien Warnand / EPA-Pool / AP / dpa – dpa-infocom GmbH

«Dieser Entscheid ist verheerend, kurzsichtig und unverantwortlich, nicht nur für das Klima, sondern auch für Sicherheit und Frieden», kritisiert Grünen-Präsident Balthasar Glättli. Mit der heutigen Entscheidung ist die Klimataxonomie für wirklich grüne Investoren nutzlos geworden.

Die Grüne Schweiz zum Taxonomieentscheid des Europäischen Parlaments. -Twittern

„Kernenergie und fossiles Gas sind keine nachhaltigen Energien: Die Verbrennung von fossilem Gas heizt das Klima weiter auf und hochradioaktiver Atommüll wird Mensch und Umwelt noch Jahrhunderte lang belasten. Und beides erhöht unsere Abhängigkeit von ‚Staaten wie Russland und‘ ihre Kriege finanzieren“.

Nationalrat und Grünen-Präsident Balthasar Glättli an einer Pressekonferenz im Februar 2022 in Bern. – Keystone

Der Krieg in der Ukraine hat vielen Menschen unermüdlich gezeigt, wie verheerend unsere Abhängigkeit von Öl, Gas und Uran ist. Deshalb müssen fossile Brennstoffe und Atomkraftwerke abgeschafft werden. “Nicht nur für das Klima, sondern auch für Frieden, Sicherheit, Demokratie.”

Das Kernkraftwerk Cattenom in Frankreich. Foto: Christophe Karaba / EPA / dpa Das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi Das Kernkraftwerk Brunsbüttel an der Elbe. Deutschland spricht sich gegen die EU-Förderung des Atomkraftausbaus aus.

„Deshalb fordern die Grünen weiterhin eine echte Klimataxonomie ohne Einbeziehung von Öl-, Gas- und Atomkraftwerken“, bekräftigte Glättli seine Forderung seit Januar, als die EU-Kommission den Vorschlag öffentlich machte.

Die Grünen fordern ein Verbot besonders klimaschädlicher Förderaktivitäten

„Ein nachhaltiger Finanzplatz braucht eine klebrige Definition von Nachhaltigkeit, um Greenwashing zu vermeiden. Bisher wollte die Schweiz kein eigenes Label für grüne Anlagen schaffen und verwies auf die EU, nun ist sie selbst dazu verpflichtet.

Gas und Kernkraft erhalten in Kürze ein klimafreundliches Label in der EU. Das ist richtig?

Doch für nachhaltige Geldanlagen braucht es mehr als nur ein grünes Label: „Neben einem sinnvollen Label fordern die Grünen auch ein sofortiges Verbot von besonders klimaschädlichen Finanzierungstätigkeiten wie der Gewinnung fossiler Brennstoffe und Kraftstoffe wie z B. Öl oder Teersandgas und Fracking“.

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