Die Grünen fordern eine Sondersteuer: Wer von der Krise profitiert, soll zahlen

In der Pandemie der Krone brachte die SP die Idee einer Sondersteuer für die Gewinne aus der Krise auf: Die Körperschaftssteuer muss für fünf Jahre um drei Prozent erhöht werden, um die Schulden der Krone abzubauen.

«Es ist fair, dass Unternehmen, die in der Krise ihre Gewinne erhalten konnten oder zusätzliche Vorteile erzielt haben, in die gemeinsame Anstrengung eingebunden werden», sagte SP-Fraktionschef Roger Nordmann (49) der Initiative. An der Sommersession steht die Initiative auf der Traktandenliste des Nationalrates.

Zuschlagsteuer auf Krisenleistungen

In eine ähnliche Richtung steuert nun Grünen-Chef Balthasar Glättli (50) mit einem Vorschlag, den er an der am Montag beginnenden Sommersession präsentieren will. Unternehmen, die in Krisenzeiten hohe Gewinne erzielen, sollen eine Sondersteuer zahlen. Wie die „SonntagsZeitung“ berichtet, geht es nicht nur um die Corona-Krise, sondern auch um Naturphänomene oder wie aktuell um den Krieg in der Ukraine.

Die Verbrauchsteuer ist zu entrichten, wenn ein Unternehmen infolge eines solchen Ereignisses nachweislich deutlich mehr Gewinn macht als im Vorjahr. Die zusätzliche Steuer wird jedoch nur auf die zusätzlichen Gewinne erhoben. In mehreren Ländern gibt es bereits ähnliche Konzepte, die unter dem Begriff außerordentliche Einkommensteuer oder willkürliche Einkommensteuer zusammengefasst werden. Und der Ukrainekrieg hat die Diskussion über den Nutzen des Krieges erneut angeheizt. Insbesondere Öl- oder Rohstoff- oder Rüstungskonzerne profitieren aktuell besonders davon.

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Dass die Politik das Thema wieder aufgreift, hat auch mit Jan-Egbert Sturm zu tun, Leiter des Zentrums für Wirtschaftsforschung (KOF) der ETH Zürich. Zu Beginn der Corona-Krise schlug er dem SonntagsBlick vor, eine Zusatzsteuer einzuführen. „Wir könnten darüber nachdenken, die Gewinne der Krisengewinner stärker zu besteuern und mit dem Geld die Verlierer der Krise zu unterstützen“, sagte der Ökonom damals. In der Krise habe „weitgehend der Zufall entschieden, welche Unternehmen die meisten Gewinne gemacht haben“.

Zum Wiederaufbau

Grünen-Chef Glättli möchte die Mehreinnahmen für den Wiederaufbau der Ukraine verwenden. Es könnte auch den ärmsten Ländern helfen, die unter der durch den Krieg verursachten Nahrungsmittelknappheit leiden.

Ein erster Hinweis auf die Möglichkeiten der Glättli-Initiative im Parlament soll bei der Abstimmung über die SP-Vorlage für eine Sondersteuer auf die Krone gegeben werden. Der Bundesrat lehnt die Initiative der Linken jedenfalls ab und hält eine “tiefe und damit konkurrenzfähige Gewinnsteuerbelastung” für wichtiger. Und der Vorschlag von Glättli dürfte bei der Regierung kaum Anklang finden. (Russisch)

Wirtschaftswissenschaftler Jan-Egbert Sturm: Sondersteuer für Kronenbegünstigte! (02:34)

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