Die Grünen wollen, dass die Schweiz dem Ölembargo beitritt

Die EU hat die nächsten Sanktionen gegen Russland verhängt. Am Montag einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf, russisches Öl am Eintritt in die EU zu hindern. Länder wie Ungarn, Tschechien und die Slowakei haben jedoch noch die Erlaubnis, Öl aus der Druschba-Pipeline zu beziehen. Das würde dann laut Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (63) 10 Prozent des russischen Öls in die EU importieren.

Die Schweiz entscheidet eigenständig, ob sie sich an die neusten EU-Sanktionen hält. Daran ist nichts automatisch, und es gibt keinen Konsens im Parlament in dieser Frage. Wenn die Grünen das tun, soll der Bundesrat schnellstmöglich letztere Sanktionen verabschieden, fordert Nationalrätin Sibel Arslan (41). “Wenn wir die russische Kriegskasse nicht füllen wollen, müssen wir uns um das Embargo kümmern.”

Ganz anders sieht das die SVP: «Das Embargo wird wirkungslos bleiben, ausser dass die Öl- und Treibstoffpreise weiter steigen», sagt Franz Grüter (58), Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates. Außerdem trage diese Maßnahme keineswegs dazu bei, den Krieg in der Ukraine zu beruhigen, sagt er: “Im Gegenteil, Russland nimmt jetzt dreimal so viel Geld ein wie vor dem Krieg.”

Vor allem eine symbolische Sanktion

LPG-Nationalrätin Tiana Angelina Moser (43) sagt gegenüber Blick, dass sie einen Beitritt der Schweiz zu den EU-Sanktionen begrüssen würde. Dass dies wohl mit einem Preisanstieg einhergehen würde, verhehlt er aber nicht: «Die Schweiz muss jetzt prüfen, mit welchen Massnahmen sie reguliert werden kann.»

Die Verabschiedung der neusten Sanktionen wäre vor allem ein Symbolakt: Die Schweiz kaufe Rohöl nicht direkt bei Russland, bestätigt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Die Schweiz importiert fast drei Viertel des in der Schweiz verkauften Erdöls aus der EU. Die meisten EU-Länder importieren ihr Öl jedoch aus Russland. “Wenn russisches Rohöl und russische Erdölprodukte in Europa fehlen, wird dies auch die Schweiz zu spüren bekommen”, sagte Seco-Sprecherin Livia Willi.

Wie sich das Embargo langfristig auf die Situation in der Schweiz auswirken wird, ist laut Seco schwer abzuschätzen. Dies hängt von mehreren Faktoren ab, wie dem Inkrafttreten des Embargos, der Transportkapazität, dem Anstieg der Erdölförderung in anderen Ländern. Sollte das EU-Embargo einen Ölengpass verursachen, wäre die Schweiz bereit. Es verfügt über ein obligatorisches Mineralöllager. (Sie)

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