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Stand: 01.06.2022 03:43 Uhr
Millionen von Tickets wurden bereits verkauft, und ab heute sind 9-Euro-Tickets gültig. Wo gibt es sie sonst noch zu kaufen, wie voll sind die Züge und worauf sollte man unbedingt achten?
Wie war die Nachfrage bisher?
Die Deutsche Bahn hat vor zehn Tagen mit dem Ticketverkauf begonnen und mittlerweile rund sieben Millionen 9-Euro-Scheine verkauft. Die Zahlen beziehen sich auf alle Vereine und Unternehmen sowie Online-Verkäufe, Theken oder Automaten.
Wo kann man sonst Tickets kaufen?
Tickets sind weiterhin über Apps und die klassischen Vorverkaufsstellen der Reedereien erhältlich. Ab Montag bietet auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine eigene 9-Euro-Banknotenanwendung an. Das Angebot ist nicht begrenzt.
Welche Züge können genutzt werden?
Ticketinhaber können deutschlandweit alle Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S- und Regionalbahnen nutzen, egal ob sie von der Deutschen Bahn oder anderen Anbietern betrieben werden. Das Ticket gilt nur für die zweite Klasse. Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity, grüne Flix-Züge und Fernbusse können nicht genutzt werden. Buchungsmöglichkeiten gibt es meist nur im Fernverkehr, dort gilt das 9-Euro-Ticket nicht.
Das Ticket gilt auch nicht auf einigen Intercity-Abschnitten, in denen Fahrgäste mit anderen Nahverkehrstickets anderweitig zusteigen können. Diese Fernverkehrszüge werden in den Reiseinformationen zusätzlich zum IC mit einer Regionalzugbezeichnung angezeigt. Das 9-Euro-Ticket sollte nicht gültig sein.
Nach Angaben der Bahn gibt es noch regionale Diskussionen zu dem Thema. Die Bahn nannte diese Intercity-Verbindungen: Bremen-Norddeich Mole, Elsterwerda-Berlin, Berlin-Prenzlau, Potsdam-Berlin-Cottbus, Dillenburg-Letmathe, Erfurt-Gera und Stuttgart-Konstanz. Für die sogenannte Gäubahn in Stuttgart am Bodensee haben sich das Land Baden-Württemberg und die Bahn darauf geeinigt, dass das 9-Euro-Ticket auch in Zügen auf diesem IC-Abschnitt akzeptiert wird.
Welche Menschen gibt es und was sind die Folgen?
Schwer zu sagen. Der VDV rechnet mit 30 Millionen Ticketnutzern im Monat, aber das ist eine Schätzung. Der Chef der Regionalbahntochter DB Regio, Jörg Sandvoß, räumte kürzlich ein: „Wir haben keine Ahnung.“
Eine hohe Nachfrage im Vorfeld zeigt jedoch, dass mit vielen Kunden zu rechnen ist. Viele Verkehrsunternehmen haben zusätzliche Züge angekündigt. Die Deutsche Bahn etwa will 50 Züge zusätzlich einsetzen und personell aufstocken. Sie sollen vor allem entlang touristischer Routen zur Nord- und Ostsee sowie in den Süden eingesetzt werden. Doch Experten sind skeptisch, ob dies ausreichen wird. Das lange Pfingstwochenende ist die erste Belastungsprobe.
Der Eisenbahn- und Verkehrsverband (EVG) warnt bereits vor einer möglichen Räumung von Zügen, Bahnsteigen oder ganzen Bahnhöfen zu Pfingsten: Insbesondere der Ausflugsverkehr könnte das Bahnsystem an seine Grenzen bringen. „Droht ein ganzer Bahnhof von Überfüllung, wird er geschlossen. Und sind die Züge zu voll, müssen sie evakuiert werden“, sagte EVG-Vizepräsident Martin Burkert der Rheinischen Post.
Burkert macht sich auch Sorgen um Rollstuhlfahrer und Radfahrer. „Hilfe für die ländliche Mobilität ist möglicherweise nicht in dem Umfang verfügbar, der erforderlich ist, um Rollstuhlfahrern zu helfen.“ Zudem wird es für Menschen mit Behinderungen immer schwieriger einzusteigen und dann einen geeigneten Platz zu finden. “
Burkert befürchtet, dass ganze Radlergruppen Probleme bekommen werden. Es sei nicht auszuschließen, dass eine Gruppe mit der Bahn ans Ziel komme, aber ohne Fahrräder und E-Bikes bei der Rückfahrt mitzunehmen, warnte er.
Ist das 9-Euro-Ticket mit dem ICE-Ticket kombinierbar?
Ja. Laut der Deutschen Bahn können Sie damit mit dem Regionalverkehr zum Bahnhof fahren und dort in einen Fernzug umsteigen. Für Fernreisen benötigen Sie jedoch immer ein separates Ticket.
Werden in dieser Zeit weiterhin teurere Einzel- oder Monatskarten angeboten?
Tages- und Gruppentickets werden oft noch angeboten, sind aber teurer als das 9-Euro-Ticket. Sie haben unterschiedliche Beförderungsvorschriften, zum Beispiel für Personen oder Fahrräder. Viele Reedereien versuchen jedoch, verwirrende Kaufoptionen aus dem Angebot zu streichen.
In Hamburg werden in den drei Monaten der Aktion alle HVV-Monatskarten und alle Einzelfahrkarten über 9 Euro durch die 9-Euro-Monatskarte ersetzt. Auch bei der BVG in Berlin sollte das normale Monatsticket Ticketantrag nicht während der drei Monate gebucht werden.
Bleiben die Kontrollen trotz Billigtickets bestehen?
Ja, die Verkehrsunternehmen werden laut Angaben der Verkehrsbetriebe weiterhin wie gewohnt kontrollieren. Wer ohne Fahrkarte unterwegs ist, zahlt in der Regel noch das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro.
Was ist mit denen, die bereits ein Abonnement haben?
Wer bereits ein Monats- oder Jahresabo hat, muss in den drei Monaten nur neun Euro aufladen. Ihr Anbieter oder Verkehrsverbund teilt den Abonnenten mit, wie Ihre Abrechnung aussieht: durch Reduzierung der Lastschrift oder durch Rückerstattung der Differenz.
Zeitfahrkarten wie Werktickets, Studententickets, Halbjahrestickets oder Seniorentickets werden bis Ende August bundesweit in Bussen und Bahnen anerkannt; Das Bremer Halbjahresticket beispielsweise gilt auch in den bayerischen Regionalzügen. Während der Überprüfung kann ein Lichtbildausweis angefordert werden. Wer jedoch eine Bahncard 100 besitzt, mit der er auch den Nahverkehr nutzen kann, hat keine Rückerstattung. Wer ein …