Die nächste Hitzewelle beginnt: „Der Jetstream ist vollständig blockiert“

Die nächste Hitzewelle hält an

“Der Jetstream ist komplett blockiert”

Am Donnerstag werden in der Schweiz wieder Temperaturen über 35 Grad erwartet. Hitzewellenserien werden immer mehr zur Normalität. Der Meteorologe Roger Perret erklärt warum.

Was für ein Schweiß – der nächste Hitzehammer ist unterwegs. Am Dienstag liegen die Höchstwerte noch bei 30 Grad, aber dann wird das Quecksilber weiter steigen. Am Mittwoch steigen die Temperaturen deutlich über 30 Grad. Nach aktuellem Stand ist am Donnerstag mit Temperaturen über 35 Grad zu rechnen.

Laut Roger Perret von Meteo News ist der vorläufige Höhepunkt dann erreicht: „Donnerstag wird am heißesten. Von der Hitze besonders betroffen sind immer die gleichen Verdächtigen: die Nordwestschweiz, Genf und das Zentralwallis. Dort kann es bis zu 36 Grad heiß werden.”

Zweitwärmster Sommer nach 2003?

Ein lokaler August-Rekord sei in der Region Genf möglich, so der Meteorologe. „Aber es wird zweifellos eine lokale Angelegenheit sein. Und die absoluten Rekorde werden wir wohl nicht erreichen. Im Norden warten wir noch darauf, dass die 40-Grad-Marke geknackt wird.“

Wie der Rest Europas wird auch die Schweiz diesen Sommer von einer Hitzewelle nach der anderen heimgesucht werden. In weiten Teilen der Schweiz besteht eine hohe Waldbrandgefahr. Laut Perret dürfte dies in den kommenden Sommern häufiger vorkommen. “Dass es so viele Hitzewellen hintereinander gibt, scheint normal zu werden. Ich schätze, dass dieses Jahr nach 2003 der zweitwärmste Sommer wird.”

Der Temperaturunterschied zwischen den Tropen und der Arktis nahm ab

Angesichts des Klimawandels ist zukünftig mit mehr und längeren Hitzewellen zu rechnen. Trockenphasen wären auch zahlreicher. Perret: „Der Grund ist, dass der Jetstream komplett blockiert ist. Er wanderte gelegentlich und brachte frische Luft nach Westeuropa. Jetzt bewegt sich der Jetstream praktisch nicht mehr. Deshalb war es so lange trocken und heiß.”

Der Grund für dieses Phänomen liegt laut Perret darin, dass der Temperaturunterschied zwischen den Tropen und der Arktis geringer ist. „Deshalb gibt es neue und stabile Rahmenbedingungen.“ Aus dem gleichen Grund, so der Meteorologe, könne es auch passieren, dass es einen ganzen Sommer lang immer wieder regne und praktisch durchgehend schlechtes Wetter herrsche. „Das ist der Fall, wenn wir uns in einem Tal des Jetstreams befinden. Das war zum Beispiel im vergangenen Sommer der Fall.“

Keine wirkliche Abkühlung in Sicht

Im Moment ist jedoch alles heiß, was aus dem Südwesten und Westen kommt. Die Wärme kommt aus Spanien in die Schweiz, wie Perret erklärt. „Im Moment ist es brutal heiß. Über 40 Grad sind seit Wochen weit verbreitet. In Madrid zum Beispiel sind es jeden Tag zwischen 38 und 40 Grad. Bei diesen Bedingungen bleibt nichts anderes übrig, als sich zwischen Mittag und Abend im Haus zu verstecken.“

In der Schweiz sind die Temperaturen nach der Hitzespitze vom Donnerstag wieder auf “normale” Sommerwerte zurückgekehrt. „Wie bei der letzten Hitzewelle wird es danach Stürme geben. Dies ist ein Teil davon. Dies wird voraussichtlich am Freitag zuerst in den Bergen und dann im Flachland passieren. Am Wochenende sind die Temperaturen unter 30 Grad, aber immer noch sommerlich. Keine wirkliche Abkühlung in Sicht: „Es ist kaum unter 25 Grad“.

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