Die Schweiz übernimmt auch das sechste Sanktionspaket der EU gegen Russland

Geschlossener Oligarchenschlitz

Die Schweiz akzeptiert weitere EU-Sanktionen gegen Russland

Die Schweiz verabschiedet zudem das sechste EU-Sanktionspaket gegen Russland und Weissrussland. Neben Rohölimporten wird auch Werbung auf russischen Propagandakanälen verboten. Zudem steht die Ehefrau eines bekannten Oligarchen nun auf der Sanktionsliste.

Letzte Woche hat die EU russische Ölimporte ernsthaft verboten. Nach langen Diskussionen einigten sich die EU-Länder darauf, die russischen Ölimporte um 90 Prozent zu reduzieren.

Die Schweiz ist davon nur indirekt betroffen, da kommt es ohnehin nicht auf Öl aus Russland selbst an. Der Bundesrat hat jedoch am Freitag beschlossen, das Sanktionspaket wie die bisherigen fünf zu verabschieden. Zudem müssen nun mehrere Departemente klären, wie sich das Ölembargo konkret auf die Schweiz auswirkt.

Neue Sanktionen für Banken und Werbung

Das sechste Sanktionspaket befasst sich jedoch nicht nur mit Öl, sondern auch mit Propaganda. So hat die EU beispielsweise ein Werbeverbot für Inhalte verhängt, die von russischen Medien wie RT (ehemals Russia Today) oder Sputnik erstellt oder ausgestrahlt werden.

Auch für die Bankenwelt gibt es neue Sanktionen: Prüfungs- und Beratungsleistungen für Unternehmen in Russland und Weißrussland werden künftig verboten.

Jetzt wird auch Melnichenkos Frau sanktioniert

Der Bundesrat hat zudem 100 weitere Personen und Unternehmen auf die Sanktionsliste gesetzt, die wiederum vollumfänglich derjenigen der EU entspricht. An der Spitze steht nun Aleksandra Melnitschenko, 45, die einen serbischen Pass auf der Sanktionsliste hat. Die Ehefrau des russischen Oligarchen Andrei Melnitschenko (50) wurde noch nicht sanktioniert. Was er ausgenutzt hatte: Er überließ seine Firma Eurochem kurzerhand seiner Frau, um Sanktionen zu vermeiden.

Der Fall hatte Schweizer Politiker alarmiert. Der Staatssekretär für Wirtschaft (Seco) unter Guy Parmelin (61, SVP) sieht zu, wie ein Oligarch laut Anklage eklatant die Sanktionen gegen ihn untergräbt.

Butscha-Verdächtiger sanktioniert

Nicht nur Frau Melnichenko ist neu auf der Liste. Neben Angehörigen der Oligarchen gibt es inzwischen auch Armeeangehörige, die für das Massaker von Bucha verantwortlich sein sollen.

Der Bundesrat hat kürzlich den Ausschluss von vier russischen und weissrussischen Banken vom Nachrichtensystem Swift genehmigt, darunter die grosse Sberbank. Auch die Liste der Waren, deren Ausfuhr verboten ist, weil sie in Russland militärisch genutzt werden könnten, wurde erweitert. Die endgültigen Anpassungen treten am Freitagabend um 18 Uhr in Kraft.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *