Dinslaken: SEK suchte Ernst-Barlach-Gesamtschule

25. Mai 2022 um 20:20 Uhr

Schüler verließen das Gebäude: Festnahmen nach SEK-Einsatz an Dinslakener Schule

7 Bilder Polizeifahndungsschule Dinslaken
Foto: hsd / Heinz Schild

Dinslaken Update Die Ernst-Barlach-Gesamtschule in Dinslaken wurde am Mittwoch von Spezialkräften der Polizei durchsucht. Gegen Mittag wurde den Behörden eine Waffe gemeldet. Am Abend bestätigte ein Sprecher mehrere Festnahmen.

An der Ernst-Barlach-Gesamtschule in Dinslaken hat es am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei gegeben. Gegen Mittag wurde eine Schusswaffe auf dem Schulgelände gemeldet, was die Polizei unserer Redaktion bestätigte. Die Schule war bis zum Abend massiv abgesperrt, etwa 800 Schüler mussten stundenlang unter Aufsicht in ihren Klassenzimmern bleiben und konnten das Schulgelände erst gegen 19 Uhr unter Polizeieskorte verlassen.

Die Polizei bezeichnete die Situation als „gefährlich“ und durchsuchte die Räumlichkeiten. Gerüchte, es handele sich um einen Mordfall, wiesen die Behörden jedoch ausdrücklich zurück.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und hatte das SEK „vorsorglich“ hinzugezogen, wie die Behörde mitteilte. Schüler hätten „aus Sicherheitsgründen“ bis zur Klärung der Situation im Klassenzimmer bleiben sollen.

Gegen 13.20 Uhr erhielt die Polizei die Information, dass auf dem Gelände der Integralschule Ernst Barlach eine Schusswaffe gesichtet worden sei. Laut unserer Nachrichtenredaktion wurde sie Berichten zufolge im Fahrradkeller der Schule gesehen. Offenbar wurden dort zwei Schüler vom Fahrradranger der Schule beim Spielen mit ihnen gesehen. Dann flüchteten die Schüler. Die Polizei bestätigte am Abend, dass es im Zusammenhang mit dem Einsatz mehrere Festnahmen gegeben habe. Über den Verbleib der mutmaßlichen Waffe gab es zunächst keine Informationen.

Kurz nach dem Vorfall informierte Vorstandsvorsitzender Richard Pennings im Auftrag der Schulleitung die Eltern per Whatsapp und versuchte, sie zu beruhigen. Viele hatten jedoch die Absperrungen rund um die Schule erreicht, weil sie sich Sorgen machten. „Meine Tochter hat mich gegen 15 Uhr informiert“, sagte zum Beispiel Bianca Gerritzen. “Ich bin Leiter einer Einzelhandelsfiliale. Ich habe meinen Laden in Absprache mit meinem Chef geschlossen und bin überstürzt.” Die Informationspolitik der Schule ist geheim. „Wir haben nur Informationen von Kindern oder anderen Eltern erhalten. Von der Schulleitung haben wir nichts gehört. Wir fühlen uns hier ein bisschen einsam.“

Ähnlich äußerte sich Patricia Pörings-Denner, deren Tochter glücklicherweise schon zu Hause war, als sie die Schule schloss. „Ich bin hier, um einen Freund und meinen Cousin zu unterstützen“, sagte er. „Niemand kümmert sich hier um einheimische Eltern. Ich hoffe, dass alles bald endet.“

Dinslakens Bürgermeisterin Michaela Eislöffel versuchte, zwischen den betroffenen Eltern und den Behörden zu vermitteln. „Hier ist alles relativ ruhig“, sagt er. „Den Kindern geht es gut. Es sind Psychologen und Notfallseelsorger vor Ort. Auch für Essen und Trinken ist gesorgt.“ Die Stadt hat einen Krisenstab gebildet, der in ständigem Kontakt mit dem Landkreis und den Behörden steht.

Hier ist die Fotogalerie: Polizeifahndungsschule Dinslaken

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