Einseitiger Vertragswechsel – Jump „vereinfacht“ Tarifzonen, Preisschock inklusive

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Das Telekom-Unternehmen nimmt wichtige Bereiche aus dem kostenlosen Angebot heraus und vergrault einige Kunden.

Es ist eine scheinbar ahnungslose Nachricht: Mitte Mai 2022 gab das Telekommunikationsunternehmen bekannt, dass die grenzüberschreitende Telefonieversorgung durch die Schaffung von 4 „klaren“ Tarifzonen „vereinfacht“ werde. Die Änderung gilt ab dem 10. Juni.

Sie kostet plötzlich über 400 Franken

Für Kunden mit einem „Europa XXL“-Salt-Abonnement bedeutet dies, dass einige große Länder wie die USA, Kanada, Israel oder Kroatien in Bezug auf kostenlose Telefonate, SMS-Schreiben oder Surfen nicht mehr enthalten sind. Dies ist aber in der entsprechenden Mitteilung nur vage formuliert.

Doch als er das las, schlugen Alarmglocken, erklärt ein Kunde von Salt de Zürich gegenüber dem Konsumentenmagazin SRF «Espresso». Er betreibt ein Reisebüro und hat Familie in den USA und Israel. Der Kundendienst von Salt beruhigte ihn jedoch. Der Wechsel betrifft ihn nicht, solange sein Vertrag noch läuft, bis August 2023.

Doch der Preisschock setzte sich am 20. Juni fort: Salt teilte ihm per SMS mit, dass seine Ausgaben für den laufenden Monat bereits die 400-Franken-Marke überschritten hätten. Seine Teamkollegen hatten ähnliche Erfahrungen gemacht. “Das geht nicht”, sagt der Mandant und spricht von “Vertragsbruch”.

Dies ist ein großer Nachteil.

Experten zufolge sind diese einseitigen Vertragsänderungen von Telekom-Abonnements jedoch möglich. Zumal Salt dies ausdrücklich in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) angegeben hat. Doch die Umstellung dürfte den Kunden nicht zu sehr schaden, sagt Sara Stalder, Direktorin der Stiftung Konsumentenschutz (SKS): «Für uns ist das hier ein grosser Wermutstropfen.»

Unattraktiv und unerwünscht, aber sicherlich auch die Ausnahme.

Salz sieht das anders. Es ist üblich, dass Tarife von Zeit zu Zeit mit Partnern im Ausland neu verhandelt werden. Dann wären sie in manchen Ländern teurer, in anderen billiger, sagt CEO Pascal Grieder gegenüber „Espresso“.

Dass bestimmte Kunden, wie dieser „Espresso“-Hörer, plötzlich mit hohen Rechnungen konfrontiert werden, sei „unangenehm und unerwünscht, aber sicherlich eine Ausnahme“, sagt Grieder. Es wurden Limiten gesetzt: In jenen Ländern, die nicht mehr zum kostenlosen Angebot gehören, soll ohne zusätzliches Datenpaket nicht navigiert werden können, und Anrufe sollen nur noch bis zu einer Limite von 250 Franken möglich sein.

Zudem wurden die betroffenen Abonnenten „proaktiv“ kontaktiert und Lösungen angeboten. Zum Beispiel Freiminuten und Datenpakete bis zum Ende der Abolaufzeit, damit sie kein Problem haben. Dem CEO von Salt ging der Wechsel übrigens nicht zu schnell, auch er glaubt, dass die entsprechenden Informationen auf verständliche Weise gekommen seien.

Der Ombudsmann prüft die Änderung

Ombudsmann der Telekommunikationsbranche Oliver Sidler wirft nun einen ersten Blick darauf, ob wirklich alles so sauber und kundenfreundlich war, wie Salt behauptet. Auch die Schlichtungsstelle des Ombudsmannes hat erste Meldungen zum Thema erhalten.

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