31.08.2022 10:54 (31.08.2022 10:54)
Laut durchblicker ziehen immer mehr Kunden einen Anbieterwechsel in Erwägung ©APA/THEMENBILD
Auch der Skandal um den staatlichen Energieversorger Wien Energie verunsichert die Verbraucher zunehmend. Auf dem Tarifvergleichsportal durchblicker ist die Zahl der Tarifvergleiche für Strom seit Sonntag um zwei Drittel und für Gas um die Hälfte gestiegen, teilte das Portal am Mittwoch mit. Am Sonntag wurde bekannt, dass Wien Energie in finanziellen Schwierigkeiten steckt.
„Eine so außergewöhnliche Situation, dass ein staatlicher Energieversorger vor finanziellen Problemen dieser Größenordnung steht, hat es in Österreich noch nie gegeben. Immer mehr Kunden fragen, ob sie zu einem anderen Energieversorger wechseln sollen“, sagt Blicker-Experte Stefan Spiegelhofer laut einem Übertragung. Vorerst rät durchblicker den Kunden von Wien Energie, beim Anbieter zu bleiben.
„Wer unsicher ist und befürchtet, dass der Staat Wien Energie nicht hilft, hat jederzeit die Möglichkeit, einen Tarif bei einem anderen Anbieter abzuschließen. Allerdings sind derzeit alle Alternativangebote noch teurer“, so Spiegelhofer.
Erst vor zwei Wochen hatte Wien Energie angekündigt, dass die meisten Haushaltskunden automatisch zu einem neuen Ökostromtarif wechseln, der im Schnitt ein Viertel teurer ist. Diejenigen, die sich aktiv dagegen wehren, bleiben beim bestehenden Tarif. Allerdings wird auch dieser bestehende Tarif ab dem 1. September deutlich teurer und kostet damit laut Durchblicker künftig deutlich mehr als der neue Ökostromtarif. Das Tarifvergleichsportal rät betroffenen Wien Energie Kunden, dem Tarifwechsel nicht zu widersprechen und die zusätzlich angebotenen Gratismonate mit zwölfmonatiger Bindung an den neuen Tarif zu nutzen.
Der Tarifwechsel bei Wien Energie ist auch von Verbraucherschützern unter die Lupe genommen worden. Der Verein für Verbraucherinformation (VKI) prüft die rechtlichen Schritte und prüft, ob kurze Laufzeiten und automatische Umstellung zulässig sind. Ob und wann es zu einer Sammelklage gegen Wien Energie kommen wird, ist noch offen.