Engpässe im Sommer Lufthansa muss 2.200 weitere Flüge streichen
23. Juni 2022 um 18:08 Uhr
Flugreisende sind in den Sommermonaten mit Unbehagen konfrontiert. Lufthansa streicht Hunderte von Verbindungen wegen schwerwiegender Personalprobleme. Betroffen sind vor allem deutsche und europäische Inlandsflüge. Zudem könne es auch zu zeitlichen Verschiebungen kommen, teilte der Konzern mit.
Lufthansa streicht noch mehr Flüge wegen Personalmangels an Flughäfen. Die Airline werde im Sommer weitere 2.200 von insgesamt rund 80.000 Flügen zu den Drehkreuzen Frankfurt und München aus dem System nehmen, teilte die Lufthansa mit. Zuvor waren für Juli 900 Streichungen angekündigt worden. Betroffen sind vor allem innerdeutsche und europäische Flüge, nicht aber klassische Urlaubsziele, die in der Ferienzeit gut ausgelastet sind.
Lufthansa 6.28
Nicht nur an Wochenenden wie im Juli, sondern auch an Werktagen fallen Verbindungen aus. „Darüber hinaus kann es auch zu Flugplanänderungen kommen“, sagte er. Der Luftverkehr kämpft in der Hochsaison mit Personalengpässen, insbesondere bei den Bodendiensten, teilweise aber auch bei den Flugbegleitern. Lufthansa und andere Fluggesellschaften streichen Flüge im Voraus und bieten Alternativflüge oder inländische Bahnverbindungen an, um Chaos zu vermeiden.
Ein Lufthansa-Sprecher sagte ntv auf Anfrage: „Die gesamte Luftfahrtbranche, insbesondere in Europa, leidet derzeit unter Engpässen und Personalmangel. Dies betrifft insbesondere Flughäfen, Bodenabfertigungsdienste, die Flugsicherung und folglich auch die Fluggesellschaften.“ Lufthansa hat zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und stellt wann immer möglich zusätzliches Personal ein, um eine größtmögliche Stabilität im Flugplan zu gewährleisten und ihren Fluggästen damit „größtmögliche Planungssicherheit“ zu bieten.
Die Nachfrage ist stärker als erwartet
Bereits am Montag hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr weitere Kürzungen versprochen. Dies könne nötig sein, um den unter Personalmangel und Verspätungen leidenden Luftverkehr in Europa zu stabilisieren, sagte Spohr auf der Jahrestagung des globalen Airline-Verbands IATA in Doha. Allein im Juli strich Lufthansa am Wochenende rund 900 Flüge nach Deutschland und Europa, was etwa fünf Prozent der Kapazität entspricht.
Der Flugverkehr erholte sich später stärker als erwartet, sagte Spohr. In jüngerer Zeit hat die Aufhebung der Kronentestanforderungen für US-Flüge die Nachfrage und die Ticketpreise erhöht. Der Personalmangel in der Branche dürfte über den Sommer hinaus andauern. Luftfahrt und Gastgewerbe stehen vor strukturellen Beschäftigungsproblemen. Darauf müsse die Politik achten, forderte Spohr.
„Flugsicherheitsstreiks, Wetterereignisse und insbesondere steigende Kronenkrankheitsraten haben das System nun zusätzlich belastet“, sagte der Unternehmenssprecher heute. „Der derzeit zu beobachtende bundesweite Anstieg der Corona-Infektionszahlen macht auch vor der Lufthansa und ihren Mitarbeitern nicht halt.“ In den vergangenen Tagen haben Besatzungen kurz zuvor Patienten gemeldet. „Diese branchenweiten Herausforderungen haben dazu geführt, dass europäische Fluggesellschaften, einschließlich Lufthansa, mehr Flüge aus dem System nehmen mussten, um Verkehrsspitzen abzudecken.“