Erdgas: Deutsche Gasspeicher sind schon wieder halb voll

Gasspeicher

Ein Manometer zeigt den Druck im Erdgasnetz am Standort eines unterirdischen Gasspeichers an. Lieferanten füllen Hochdrucktanks.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Gasspeicher in Deutschland sind inzwischen wieder halb voll. Am Sonntag meldete der Verband Gas Infrastructure Europe (GIE) für Deutschland einen Füllgrad von 50,08 Prozent. Am 18. März leerten sich die Geschäfte auf 24,19 Prozent.

Nach dem Ende der Heizperiode Ende März begannen deutsche Gasimporteure aufgrund der Spannungen mit Russland damit, unterirdische und oberirdische Speicher mit Hochdruckgas zu füllen, um russische Gaslieferungen während des Zuges zu stoppen. des Konflikts in der Ukraine oder ein Boykott durch die Europäische Kommission. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurde die 50-Prozent-Marke erst am 1. August überschritten.

Damals füllten sich die Speicher nur langsam, weil der russische Konzern Gazprom in seinem Speicher im niedersächsischen Rehden nur wenig Gas lagerte und die Speicher Anfang Oktober erst zu etwa 70 Prozent gefüllt waren.

2020 waren es 95 Prozent. Dieses Niveau soll auch in diesem Jahr wieder erreicht werden. Und bei der aktuellen Rate sollte das funktionieren. In den letzten Tagen wurden durchschnittlich knapp 1100 Gigawattstunden (GWh) pro Tag gespeichert. Das sollte ausreichen, um Anfang Oktober mit 230.000 GWh fast die Kapazität der deutschen Gasspeicher zu füllen.

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Das dann gespeicherte Gas würde ausreichen, um fast ein Viertel des deutschen Jahresbedarfs zu decken. Gleichzeitig bemühen sich Bundesregierung und Gasimporteure um Alternativen zu russischem Gas, insbesondere zu LNG, Flüssiggas.

Deutschland verfügt nach den USA, der Ukraine und Russland über eine vierte Gasspeicherkapazität und ein Viertel der EU-Kapazität. Bodensysteme sind nur ein kleiner Teil davon. Das Gas wird hauptsächlich in natürlichen Lagerstätten gespeichert, zum Beispiel in Hohlräumen von Salzstöcken oder in alten Öl- und Gasfeldern.

Deutschland braucht russisches Gas zur Speicherung

Damit die Speicher zu Beginn der Heizperiode weitgehend gefüllt sind, ist Deutschland weiterhin auf die Gasversorgung Russlands angewiesen. Energiekonzerne wie Uniper und RWE können den Gasfluss noch aufrechterhalten. Kürzlich gab es Bedenken, dass Russland auf einer Zahlung in Rubel bestand, was gegen EU-Sanktionen verstoßen könnte.

Inzwischen ist aber ein Mechanismus gefunden worden, der offenbar beide Anforderungen erfüllt: die Russlands und die der EU. Europäische Unternehmen überweisen Geld in Euro auf Konten der Gazprombank in Russland. Die Bank tauscht dieses Euro-Geld in Rubel um und überweist es dann auf das echte Handelskonto.

Vergangene Woche gaben Uniper und RWE bekannt, ihre im Mai fälligen Rechnungen auf diese Weise beglichen zu haben. Uniper zahle nach dem neuen Zahlungsmechanismus in Euro, halte sich an die Sanktionen und könne weiterhin die termingerechte Vertragsabwicklung garantieren, bestätigte ein Unternehmenssprecher. Das Verfahren wurde zuvor mit der Bundesregierung abgestimmt und folgt den einschlägigen EU-Richtlinien.

Mehr: Uniper und RWE überweisen ihre Mai-Gasrechnung nach Streit um Rubel-Forderungen nach Russland

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