Erst Krone, jetzt Krieg in der Ukraine: Orban bereitet die Weichen für einen weiteren Ausnahmezustand

Aktualisiert am 24.05.2022 um 15:43 Uhr

  • Der derzeitige Kronen-Notstand in Ungarn läuft Ende des Monats aus.
  • Aber Ministerpräsident Viktor Orban hat einen Weg gefunden, per Dekret weiter zu regieren.

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Kurz vor Ende des aktuellen Corona-Notstands Ende des Monats fand der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban einen Weg, per Dekret weiter zu regieren. Das Budapester Parlament hat am Dienstag eine neue Notstandskategorie geschaffen.

Orban kann geltende Gesetze aufheben

Die Regierung kann auch den Notstand ausrufen, wenn ein Nachbarland von einem bewaffneten Konflikt, Krieg oder einer humanitären Katastrophe betroffen ist. Die Ukraine, gegen die Russland seit drei Monaten einen Angriffskrieg führt, ist einer der Nachbarn Ungarns. Die 136 Mitglieder der rechtsnationalistischen Partei Fidesz stimmten für die entsprechende Verfassungsänderung.

Am 31. Mai läuft der Gesundheitsnotstand aus, den Orban zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 verhängt hat und der seitdem mehrfach vom Parlament verlängert wurde. Mit der Verfassungsänderung könnte Orban aber erneut den Notstand ausrufen. Damit könnte sie bestehende Gesetze aufheben und Zwangsmassnahmen per Dekret ergreifen. Das Parlament muss dies spätestens nach 15 Tagen bestätigen. Angesichts der großen Mehrheit der von Orban geführten Fidesz-Partei gilt dies als Formsache.

Orban nutzte den Gesundheitsnotstand auch für Zwecke, die durch die Überwindung der Gesundheitslage schwer zu rechtfertigen waren. Dazu gehörten Maßnahmen, um von der Opposition regierte Gemeinden wirtschaftlich zu schädigen oder regierungsnahen Unternehmern Vorteile zu verschaffen. (dpa/fab)

Aktualisiert am 4.4.2022 um 12:24 Uhr

Der amtierende ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat bei den Parlamentswahlen am Sonntag einen klaren Sieg errungen. Orbáns Rechtspartei Fidesz wird voraussichtlich eine Zweidrittelmehrheit erringen. Das bedeutet, dass Orbán in seiner vierten Amtszeit weiter regieren kann, mit der Befugnis, die Verfassung zu reformieren.

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